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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Zanzhausen (Santoczno)

Der Ort ist entstanden aus einem Eisenhammerwerk, das hier 1765 von dem Berghauptmann v. Justi auf Befehl Friedrichs des Großen zusammen mit dem Werk in Zanzethal errichtet wurde. In Zanzhausen bestanden eine Stahlfabrik und ein Blechhammer, später statt der Stahlfabrik zwei Stahlhämmer, ein Verzinnwerk und eine Kartätschspiegelfabrik. Das Werk unterstand dem Bergfiskus, 1826 ging es in Privatbesitz über. Jetziger Besitzer ist Hüttendirektor Reimann. – Mutterkirche für Lotzen.

Dorfanlage
Das Hüttenwerk und die Wohnhäuser, im 18. Jh. für die Hüttenarbeiter und Beamten errichtet, gruppieren sich um einen großen rechteckigen Platz: im Westen die technischen Anlagen, im Osten zwei eingeschossige Putzbauten, ursprünglich Beamtenwohnungen; an der Nord- und Südseite Fachwerkhäuser, zweigeschossige an den Ecken, dazwischen je zwei eingeschossige. Eines der eingeschossigen Häuser der Südseite ist 1767 zur Kirche ausgebaut worden, ursprünglich war es wesentlich größer und diente als Hüttenmagazin; die anderen Fachwerkhäuser sind als Arbeiterhäuser angelegt. An den Straßen, die in den Dorfplatz einmünden, noch einige weitere Fachwerkhäuser. Die regelmäßige Anlage zeigt städtebauliche Züge, besonders in der Betonung der Ecken. Nach einer Beschreibung von 1782 waren die Häuser damals größtenteils rot angestrichen  (siehe J.J. Bellermanns Tagebuch)

Kirche
Patron: Regierung. Kirchenbücher ab 1771, Entwurf zur Matrikel 1771, Bauakten ab 1771, Rechnungen ab 1778 und weitere Pfarrakten im Pfarrhaus.
Lage: An der Südseite des Dorfplatzes neben dem Schulgehöft.
Baugefüge: Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, Turm an der nördlichen Breitseite. Zur Kirche wurde 1767 der Teil eines Hüttenmagazins ausgebaut, 1782 erweitert und mit „Chören“ versehen, der Turm 1818/19 errichtet, 1912 das anschließende Magazin abgerissen und der Ostgiebel erneuert.
Äußeres: Die Gefache verputzt, am Turm unverputzt.
Inneres: Zugang zum Kirchenraum durch die Turmvorhalle, die Emporen sind nur von außen zugänglich. Der stimmungsvolle Innenraum macht den Bau zu einer der reizvollsten Dorfkirchen des Kreises. Die Wände sind weiß getüncht, der Fußboden ist mit Brettern belegt.
Ausstattung: Kelch aus Silber, vergoldet. Geweiht von Pfarrer Reimann 1829.
Kronleuchter aus Messing, wohl zweite Hälfte des 18. Jh.
Zwei Blumenvasen aus Zinn, Urnenförmig.
Glocke aus Eisen, 80 cm Dm. Inschrift: „Berlin 1811“. Mit Relief des preußischen Adlers.
Glocke aus Eisen, 65 cm Dm. Inschrift: „Berlin 1812“. Mit Relief des preußischen Adlers.
Geldkasten aus Eisen. Jahreszahl 1767.
Totenkränze (im Friedeberger Museum)
Taufschüssel aus Zinn, mit Inschrift.

Hüttenwerk
An der Westseite des Dorfplatzes
Es sind noch zwei durch Mühlräder betriebene Eisenhämmer in Betrieb.

Wohnhäuser
Pfarrhaus an der Ostseite des Dorfplatzes, ursprünglich Beamtenwohnung. Eingeschossiger Putzbau, 18. Jh. Ähnlich, etwas einfacher das zweite Haus an der Ostseite des Dorfplatzes, jetzt Wohnhaus des Hüttendirektors. Von den Mehrfamilienhäusern aus Fachwerk hat das zweigeschossige Haus an der Südseite des Platzes seine alte Inneneinteilung am besten erhalten. Auffallend ist die verwickelte Kaminanlage.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937