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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Vietz (Witnica)

1261 erwarben die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg das Dorf „Witze“ durch Tausch vom Templerorden. 1300 wurde „Vytz“ dem Kloster Kolbatz für Himmelstädt überwiesen. 1337 wird das Dorf als Markgräflich bezeichnet, es hatte damals 30 Hufen. In der Folgezeit, z.B. 1406, erscheint das Dorf als Himmelstädter Besitz. Später gehört es zum Amt Himmelstädt. Einen großen Aufschwung nahm der Ort im 18.Jh. durch die industrielle Ausnutzung der Wasserkräfte des Vietzer Fließes mittels Mühlen, die Flößerei nach Küstrin und besonders durch die Vietzer Schmelze. 1806 Dorfbrand. Die Entwicklung wurde im 19. Jh. durch die Anlage der Ostbahn weiter gefördert, so daß Vietz um die Jahrhundertwende bereits das größte Dorf der Provinz war. 1933 hatte Vietz 5469 Einwohner. 1935 wurde es Stadt. – Kirche bereits 1337 erwähnt, im Mittelalter zur Diözese Lebus gehörig, nach der Reformation zur Inspektion Landsberg als Mutterkirche für Massin. Seit 1903 ist Vietz der Sitz der Superindentur Landsberg II.

Kirche
Patron: Regierung. Kirchenbücher seit 1672 und Pfarrakten im Pfarramt.
Neubau von 1875 etwa 100m nördlich von dem Dorfmittelpunkt, wo bis 1878 die 1810 errichtete Fachwerkkirche mit Turm stand.
Ausstattung: Zwei Altarleuchter aus Zinn. Inschrift von 1757 nennt „Pastor emer. Metropolon Paulus Fabian, Kirchenvorsteher Caspar Fridrich Feuerherm, Schultze, und Friedrich Dietzel, Gerichtsmann. Pastor M. Andr. Hoffmann aus Stargard“.

Bockwindmühle
An der Straße nach Landsberg gelegen, in Betrieb.

Schmelze
Im Norden der Stadt, am Vietzer Fließ.
Das Werk wurde 1754 auf Befehl Friedrichs des Großen an Stelle einer Schneidemühle angelegt, hauptsächlich zur Herstellung von Artilleriemunition. 1758 brannten es die Russen nieder, doch erfolgte bald der Wiederaufbau. Es bestand aus der eigentlichen Hütte mit dem Hochofen und großem unterschlächtigem Wasserrad, Pochwerk, Polierwerk, Schmiede, Form- und Gießhaus, sowie aus verschiedenen Gebäuden für die Arbeiterschaft. 1825 wurden die Hütte und einige andere Gebäude neu aufgebaut. 1842 ist der Hochofenbetrieb eingestellt worden. Seit 1858 ist das Werk im Privatbesitz der Familie Hoffmann.
Neben der Munition wurden schon früh Gebrauchsgegenstände hergestellt, auch Glocken. Es soll hier ein großer eiserner Adler für das Zorndorfer Tor in Küstrin hergestellt worden sein, außerdem der Überlieferung nach eine Büste Friedrich Wilhelms III., die sich jetzt im Privatbesitz in Vietz befindet, sowie ein kleiner Spiegel im Landsberger Museum.
Von den alten Bauten stehen noch:
Wohnhaus, schlichter eingeschossiger Fachwerkbau mit Walmdach, Anfang des 19. Jh.
Schuppen aus Fachwerk mit gebogenem Giebelfeld, in dem eine alte Uhr angebracht ist.
Schmelzhaus, verputzter Ziegelbau mit Lisenen an den Giebelfronten, rundbogigen großen Fenstern, durch Gesimsbänder verbunden, wohl von 1925.
Arbeiterwohnhaus, langgestreckter eingeschossiger Fachwerkbau mit fünf Türen.
Bei der Schmelze und an der zu ihr führenden Wilhelmstraße stehen noch einige alte Fachwerkhäuser z.T. für mehrere Familien bestimmt.
Im Besitz des Kaufmanns Gehrmann befindet sich u.a. eine Portraitbüste Friedrich Wilhelm III. (?) aus Eisenguß, etwa 50 cm hoch, die zugehörige Konsole ebenfalls aus Eisen, 30 cm hoch, mit schöner Rankenornamentik. Die Büste soll in der Vietzer Schmelze hergestellt worden sein.

Udowaldmühle
In schöner landschaftlicher Lage am Waldrand nordwestlich von Vietz eine Wassermühle, in Betrieb, und eine Försterei mit zwei Fachwerkhäusern.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937