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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Tamsel (Dabroszyn)

1261 tauschten die Markgrafen von Brandenburg neben mehreren anderen Dörfern auch „Tamprosowe“ von dem Templerorden gegen eine Generalbestätigung des Ordensbesitzes  an der Komturei Quartschen ein. 1460 gehört „Tamsel“ und der Hof, aus dem sich ein Rittergut entwickelte, den Johannitern. Der Orden vergab den Ort als Lehen, 1506 waren die Lehensträger die v. Schönebeck, ebenso 1608. Von ihnen erwarb ihn um 1640 Hans Adam v. Schöning. Ihm folgte 1664 sein Sohn gleichen Namens, der Feldherr des Großen Kurfürsten. Nach seinem Ausscheiden aus brandenburgischen Diensten 1690 lebte er in Tamsel, bis er 1691 in sächsischen Dienst trat (gest. 1696). Sein Sohn Hans Ludwig war mit einer Gräfin Dönhoff vermählt, nach seinem Tode 1713 fielen die Güter an Eleonore Luise v. Schöning, seit 1723 verheiratet mit dem Generalleutnant v. Wreech. Friedrich der Große und später Prinz Heinrich weilten zu ihrer Zeit häufig als Gast in Tamsel. Nach dem Tode ihrer Söhne Friedrich Wilhelm (gest. 1785) und Alexander (gest. 1795) vererbte sich Tamsel wieder in weiblicher Linie an Sophie Friederike v. Wreech, die Schwester der Eleonore Luise, seit 1752 vermählt mit einem Grafen Dönhoff. Als 1816 der letzte Dönhoff im Duell gefallen war, kam es zu einer Erbteilung. Die Tamsel’schen Güter fielen an Gräfin Rosalie Ulrike, vermählt mit dem Reichsgrafen Hermann v. Schwerin. Jetziger Besitzer ist Graf Stanislaus v. Schwerin. – Vor der Reformation gehörte Tamsel kirchlich zur Diözese Lebus. Mutterkirche für Warnick, zeitweilig von Küstrin aus versorgt.

Kirche
Patron: Gut Tamsel. Kirchenbücher seit 1728 mit Angaben über den Bau 1825/28, Chronik aus dem Ende des 18. und dem Anfang des 19. Jh. und Pfarrakten im Pfarrhaus.
Lage: Im Schloßpark östlich gegenüber dem Schloß, bis 1773 mit Friedhof umgeben.
Baugefüge: Putzbau mit Satteldach, eingezogenen Westturm und Gruftanbau im Osten. 1825/28 nach Plänen des königlichen Bauinspektors Elchner in neugotischen Formen errichtet unter Beibehaltung der südlichen und nördlichen Außenmauer sowie des Ostgiebels von einem älteren Bau (wohl aus dem 17. Jh.) und des Erbbegräbnisses von 1817. Das Schiff wurde nach Westen um 13 Fuß verlängert. Die Erwähnung eines Umbaus mit Erweiterung von 1858 ist wohl nur auf einen inneren Ausbau mit Emporen zu beziehen. Instandsetzungen 1873, 1890 und 1936 (vollständige Erneuerung des Außenputzes).
Inneres. Unten im Westturm Eisenplatte mit der Jahreszahl 1827. Die Wände verputzt und gestrichen. Flache Balkendecke. In der Ostwand hinter dem Altar Zugang zum Gruftanbau, im Südlichen Querarm im Fußboden Zugang zu der älteren Gruft unter Querschiff und Chor.
Einbauten: Aus der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jh., Reste einer Taufe aus dem 17. Jh. in der Vorhalle.
Ausstattung: Oblatendose aus Silber, vergoldet, aus dem 18. Jh.
Kristallkronleuchter des 18. Jh., aus dem Schloß stammend.
Taufschüssel aus Messing.
Zwei Gemälde.
Grabmonument des Feldmarschalls Hans Adam v. Schöning und seiner Gattin.
Grabmonument des Kammerherrn Johann Ludwig v. Schöning.
Zwei Totenschilde
Zwei Ahnentafeln, Ende des 17.Jh.
Zwei Fahnen des 17. Jh., stark zerstört.
In den Grabgewölben Särge der Familien v. Schönebeck, v. Schöning und v. Wreech, z.T. sehr prunkvoll gebildet.

Schloß
Lage: Im Park, südlich der Straße nach Küstrin.
Baugefüge: Dreistöckiger Putzbau auf hohem Kellergeschoß. Das Obergeschoß um 1850 aufgesetzt. Der Ursprüngliche um 1680 von Feldmarschall Hans Adam v. Schöning errichtete Bau war zweigeschossig.
Äußeres: Dreizehn Fensterachsen an den Fronten, sechs an den Seiten. Schmiedeeisernes Gitter aus der ersten Bauzeit auf dem Balkon.
Inneres: Die Räume gruppieren sich um das in der Mitte der Gartenseite gelegene Treppenhaus.
In den Räumen des Schlosses befinden sich Zahlreiche Kunstgegenstände des späten 17.Jh. und des 18.Jh.
Park: Die Anlage wird durch die Straße nach Küstrin in zwei Teile getrennt. Der untere Teil südlich der Straße mit dem Schloß und dem freien Prospekt davor läßt noch die ursprüngliche Barockanlage durchscheinen, wenn er auch im englischen Stil verändert ist, die obere Hälfte ist ganz in den freien Formen des späteren 18.Jh. gehalten. Beide Teile sind mit Gittern bzw. Mauern gegen die Straße abgeschlossen, die Tore haben Pfeiler mit Urnen des 18.Jh., ebenso der Haupteingang an der Westseite des unteren Parks. Hinter dem Haupteingang zwei weibliche Figuren in antiker Gewandung, lebensgroße Steinbildwerke aus dem Anfang des 19. Jh., auf Sockeln stehend.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937