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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Marwitz (Marwice)

1337 waren in „Marwitz“ drei Rittersitze, das Dorf hatte 54 Hufen. Henning v.d. Marwitz ist 1337 im Dorf begütert und wird 1350 mit Einkünften aus der Bede des Dorfes belehnt. 1608 waren noch zwei Rittersitze vorhanden. Der letzte v.d. Marwitz verkaufte 1747 das Gut an die v. Bergen, seit 1801 ist das Gut an die Familie Iffland verpachtet. – Mutterkirche für Ratzdorf und Zanzin, bereits 1337 mit vier Pfarrhufen ausgestattet.

Patron: Gut Marwitz. Kirchenbücher seit 1764, Rechnungsbuch ab 1643, Bauakten ab 1728 und weitere Pfarrakten im Pfarrhaus.
Lage: An der Ostseite der Dorfstraße südlich vom Gut, inmitten des von einer Feldsteinmauer umgebenen Kirchhofes. (Die Südmauer des Kirchhofes soll ursprünglich wesentlich näher der Kirche verlaufen sein.)
Baugefüge: Feldsteinbau des 13./ 14.Jh. mit Satteldach, Gruftanbauten des 18. Jh. an der Nord- und Südseite, Westturm aus Fachwerk von 1716 (laut Jahreszahl in der Wetterfahne und Kirchenrechnungsbuch).
Äußeres: Mauerwerk aus regelmäßig behauenen Steinen, an der Südseite weniger sorgfältig als an der Nordseite. In den erhaltenen Teilen des mittelalterlichen Mörtels doppelte Ritzung. Ostgiebel aus Backsteinen, verputzt, mit unregelmäßiger Lisenengliederung. Der durch den Turm verdeckte alte Westgiebel aus Backstein und verputzt (im Putz die Jahreszahl 16.5).
Westturm zweigeschossig, Gefache verputzt, Obergeschoß an der Westseite verbrettert; Pyramidendach, Wetterfahne mit der Jahreszahl 1716. Südlicher Gruftanbau von 1726, aus Feldsteinen, teilweise verputzt. Nördlicher Gruftanbau, aus Backsteinen, verputzt, mit Satteldach. Laut Kirchenbuch 1776 in Benutzung genommen.
Inneres: Wände verputzt. Flache Balkendecke hart über den Fensterscheitel. An der Nord- und Südseite Türöffnungen zu den Gruftanbauten, die Südliche vermauert. Der Kirchenraum muß ursprünglich zum Dachgeschoß geöffnet gewesen sein oder eine Holztonne besessen haben. Darauf weist ein Gemälde auf der Rückseite des Ostgiebels hin, das jetzt im Dachgeschoß zu sehen ist. Die östliche Giebelwand verputzt, darauf Kreuzigungsfresko mit in den Verputz eingegrabenen Konturen. Die Malerei wird von einem Spitzbogen gerahmt, ist etwa 2,65 m hoch und 3,10 m breit. Farben rot und weiß, Tempera. In der Mitte Christus am Kreuz mit Querbalken an den Enden, rechts Maria, links Johannes in klagender Gebärde. Am linken Rand Longinus mit Helm, Christus mit der Lanze in die Seite stoßend, rechts eine schräg stehende Leiter. Links oben ein herab fliegender Engel, rechts ebenfalls, soweit bei der starken Zerstörung an dieser Stelle zu erkennen. Die Malerei ist stellenweise stark abgefallen, sehr roh, dem Stil nach möglicherweise aus dem 14. oder 15. Jh. Der südliche Gruftanbau mit Tonnengewölbe, verputzt, an der Südwand die Jahreszahl 1726. Er dient jetzt als Kapelle.
Dach: Wohl von 1746 (damals laut Rechnungsbuch neues Dachgespärre).
Einbauten: Empore des 17. Jh. mit späteren Aufbauten im Westteil der Nordseite. Das Gestühl ebenfalls aus dem 17. Jh. Eiserne Tür zum nördlichen Gruftanbau, mit schön geschmiedeten Beschlägen, zweite Hälfte des 18. Jh.
Im nordwestlichen Fenster des Langhauses medaillonförmige Glasscheibe von 14 cm Dm. Wappen mit Bretzel und Krone, von Greif und Löwe gehalten. Inschrift: „Lorentz Ebel lest dis machen Got zu ehren und der Kirche zum gefallen. 1657. Hans pochner“.
Zwei Altarleuchter aus Zinn.
Taufbecken aus Zinn. Gestiftete 1837 von Katharina und Christian Kugel.
Glocke, 71 cm Dm. Laut Inschrift gegossen 1706 von Johann Heinrich Schmidt in Stettin. Namen des Landrats Curt Dietrich v.d. Marwitz, des Predigers Daniel Schulz, der Kirchenvorsteher Egidius Krumteich und Peder Apitz.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937