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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Landsberg an der Warthe (Gorzow Wielkopolski)

Die Stadt liegt an der Einmündung des Kladowfließes in die Warthe, wo diese auf ein Kurzes Stück an den Steilabhang der neumärkischen Hochfläche herantritt.
1257 „Landisberch nova“, 1321 „ Neuenlandsberch“. Der Name ist von der Stadt Alt Landsberg auf dem Barnim übertragen.
Am 2. Juli 1257 übergab Markgraf Johann I. seinem Lehnsmann Albert v. Luge die Stadt „Landisberch nova“ mit der Vollmacht, sie nach deutschem Recht einzurichten. Sehr wahrscheinlich bestand damals bereits an dieser Stelle eine slawische Siedlung, deren Bewohner vertrieben und in dem Kietz im Westen der Stadt angesiedelt wurden. Der Kietz erstmalig erwähnt 1416. Noch im Jahre 1257, wohl gleich bei der Gründung, erhielt Landsberg das Stapelrecht, das die neue Gründung zu einem bedeutenden Umschlageplatz für den Handel mit Polen machte und den Grund legte zu einer frühen wirtschaftlichen Blüte. Diese wurde begünstigt durch eine Reihe weiterer Privilegien und Schenkungen, welche die Stadt in der Folgezeit erhielt.  Im wesentlichen in das 14. Jh. fällt die Erwerbung der sieben alten Ratsdörfer Eulam, Borkow, Dechsel, Kernein mit Kuhburg, Lorenzdorf, Zechow, Wepritz und beiden Ratsvorwerke Altensorge (Glinik) und Berkenwerder (Sommerlate), sowie eines großen Teiles des Warthebruches, in dem im 18. Jh. Zahlreiche neue Kolonien angelegt wurden.
Bei der Gründung hatte die Stadt das vom Magdeburger Recht hergeleitete Recht der Stadt Brandenburg erhalten. Das Schultheißenamt erhielt der Lokator Albert v. Luge, dazu ein Drittel vom Haus- und Hufenzins, das Gerichtsgefälle des niederen Gerichtes, dem er als Richter vorstand, einen Pfennig von den Abgaben der Verkaufsstände auf den Märkten, und das Recht, auf seinem Grund und Boden Mühlen ohne Abgabe zu errichten. Das oberste Gericht verblieb dem Landesherrn. 1299 wurden diese Rechte den Söhnen des A. v. Luge bestätigt. 1317 erlangte die Stadt eigenen Gerichtsstand vor ihrem Schultheißen. 1383 erwarb die Stadt auch das oberste Gericht durch Kauf. 1316 hören wir von Ratmannen, 1317 von Schöffen. Später standen an der Spitze der Verwaltung zwei Bürgermeister und 10 Ratmannen, die zu gleichen Hälften einen regierenden und einen alten Rat bildeten und sich jährlich abwechselten. Diese Form wird 1511 als „altes Herkommen“ bezeichnet.
Kirchlich gehörte Landsberg im Mittelalter zum Bistum Cammin, als dessen Archidiakon 1297 – 1300 ein Propst von Landsberg erwähnt wird. Neben der Pfarrkirche bestanden mehrere Kapellen, die mit Hospitälern verbunden waren: vor dem Mühlentor das Heiliggeist – Hospital, 1297 erstmalig erwähnt, vor dem Zantocher Tor die Gertraudenkapelle, die Vorgängerin der Konkordienkirche, 1458 neu dotiert. Diese beiden Kapellen gingen im 30jährigen Krieg zugrunde. Das Hospital St. Georgen, 1360 erstmalig erwähnt, 1365 mit einer Propstei verbunden, wurde 1506 aufgelöst und die Einkünfte zur Besoldung eines Schulrektors verwendet. 1495 ist eine Johanniskirche genannt, über die sonst nichts bekannt ist. Ebenso unsicher ist eine Notiz über ein Augustinerkloster, die wahrscheinlich auf einer Verwechslung beruht. 1360 wird eine Stadtschule erwähnt.
In den 60 Jahren der Askanierherrschaft hatte die Stadt einen raschen Aufschwung genommen, der in den unruhigen Zeiten unter den Wittelsbachern und Luxemburgern anhielt, wenn sie auch im polnischen Krieg Schäden erlitt, und mehrere Brände die Stadt heimsuchten, so 1348 und 1391. Als der Deutsche Orden 1402 durch Pfandschaft in den Besitz der Neumark gekommen war, versuchte er eine geregelte Verwaltung einzuführen, wobei die Selbständigkeit der Städte wesentlich beschränkt wurde. 1403 zwang der Orden die Städte zum Verkauf sämtlicher Mühlen in und außerhalb der Stadt. Nur eine Schneidemühle war ausgenommen. Vermutlich wurde das Schloß erst vom Orden angelegt, der wie überall in den Städten bald nach Beginn seiner Herrschaft Höfe kaufte und sie zu festen Plätzen ausbaute. Schloß in Landsberg seit 1445 erwähnt. 
Nach der Niederlage bei Tannenberg 1410 schwand das Ansehen des Ordens, Raubrittertum und Einfälle der Polen beunruhigten das Land. Landsberg war schon vorher durch den Bann getroffen worden, den 1406 der Posener Bischof über die Stadt verhängte, als ihm der Rat den Zehnten aus den linkswartheschen Dörfern verweigerte. Erst 1408 wird der Bann wieder aufgehoben. Große Gefahr drohte, als 1433 die verbündeten Polen und Hussiten in das Land einbrachen. 1435 wurde Landsberg überfallen und nur mit Mühe verteidigt. Vor allem aber hatte die Umgebung mit den Ratsdörfern zu leiden, und das Darniederliegen des Handels schadete der Stadt  sehr. Zur Sicherung gegen die stets drohenden Überfälle wurde 1446 eine Schützengilde gestiftet.
Mit dem Beginn der Hohenzollernherrschaft 1455 setzt auch für Landsberg eine Zeit der wirtschaftlichen Erholung ein. Die Stadt erwirbt zu dem alten Michaelismarkt zwei weitere Wochenmärkte, die 1481 bestätigt werden. Ein schwerer Schlag für den Handel der Stadt war es freilich, als Frankfurt 1539 eine starke Minderung des Landsberger Niederlagerechtes durchsetzte.
1537 wurde die Reformation eingeführt, besonderen Anteil hatte der Bürgermeister Johannes Schede, der Stammvater eines bedeutenden Landsberger Patriziergeschlechtes.
Schon vor dem 30jährigen Kriege, noch im späten 16. Jh., setzte ein starkes Absinken der Wirtschaft ein, von dem auch Landsberg hart getroffen wurde. Während des Krieges war Landsberg fast die ganze Zeit besetzt, mal von den Kaiserlichen, mal von den Schweden, 1631 eroberte Gustav Adolf die Stadt, von 1639 bis 1650 ist sie dauernd in schwedischer Hand. 1637 befinden sich nur noch 20 Bürger in Landsberg, die meisten sind nach Polen geflohen. Die Vorstädte mit den Scheunen und Vorwerken sind niedergebrannt. 1660 waren wieder 165 Häuser bewohnt, 99 standen noch wüst. Erst unter Friedrich Wilhelm I. setzte eine stärkere wirtschaftliche Erholung der Stadt ein, sein Verbot der Wollausfuhr 1719 ermöglichte wieder eine gedeihliche Entwicklung der Tuchmacherindustrie und der für Landsberg wichtigen Wollmärkte. Auch in die Stadtverwaltung griffen seine Maßnahmen regelnd ein.
Der Siebenjährige Krieg brachte neue Rückschläge, die Kampfhandlungen in den Jahren 1758 – 60 spielten sich zum Teil in der unmittelbaren Umgebung der Stadt ab. Die Urbarmachung des Warthebruches brachte ihr jedoch reiche Entschädigung, so sehr sie sich auch zunächst gegen dieses Werk sträubte. Landsberg erhielt 43 neue Dörfer, Etablissements und Vorwerke mit 28 900 Morgen und 650 neuen Kolonistenfamilien. Vor der Stadt wurde die Friedrichstadt als Kolonie für Zeug- und Leineweber angelegt (1771/72).
Die Einwohnerzahl hob sich langsam.
1719: 4000,
1763: 4485,
1780: 5080,
1790: 5584.
Die Tuchmacherei ging in dieser Zeit von 100 auf 30 Meister zurück. Der Handel litt unter dem Frankfurter Stapelrecht. Nach den napoleonischen Kriegen, die der Stadt starken Truppendurchzug und große Unkosten brachten, stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an, auf 9542 im Jahr 1825, 10307 i.J. 1844 und 15747 i.J. 1861. Die Tuchmacherei wurde durch die Sperrung der russischen Grenze 1820 fast völlig lahmgelegt, an ihre Stelle traten Maschinenindustrie, Mühlenindustrie, Kalkbrennereien und Ziegeleien. Der Anschluß an die Ostbahn (1857) förderte diese Industrialisierung. 1933 hatte die Stadt 45 928 Einwohner.
Stadtwappen. Der rote goldbewehrte brandenburgische Adler in Silber, je ein grünes Kleeblatt als städtisches Beizeichen in den Fängen haltend.
Stadtgrundriß, der auch in der heutigen Anlage der Altstadt in allen wesentlichen Zügen vorhanden ist. Die elliptische Form der alten Stadtanlage ergibt sich aus der Begrenzung durch die Warthe im Süden und die Kladow, in deren Mündungsdelta die Stadt auf einer Talsandinsel errichtet wurde. Die Stadtmauer, auf den alten Plänen noch ganz erhalten, folgt dem Lauf des Wassers, nur in der Südostecke bleibt ein Stück ausgespart. Vom Mühlentor im Westen zum Zantocher Tor im Osten verläuft als Längsachse der Stadt die Richtstraße, nördlich davon, parallel zu ihr, bogenförmig ansetzend, die Wollstraße (bei Bekmann Baugasse“), im Süden, nur am Westende in die Richtstraße einmündend, die Luisenstraße (bei Bekmann „Judengasse“) mit ihrer östlichen Fortsetzung, der Schloßstraße. Im Mittelpunkt der Stadt der Marktplatz. Von ihm führt zum dritten Stadttor, dem Brückentor im Süden, die Brückengasse. Weitere Quergassen verbinden die drei genannten Hauptstraßen untereinander und führen zur Warthe, wo in späterer Zeit mehrere Pforten in die Mauer eingebrochen waren. Ob die Stadt in dieser Form gleich bei der Gründung angelegt wurde, ist umstritten. Siedler nimmt ein ursprüngliches Zweistraßensystem an. Tatsache ist, daß 1321 die Stadt von dem Pommernherzog Wratislaw, dem Vormund des jungen Markgrafen Heinrich, im Zusammenhang mit der Befestigung der Stadt die Erlaubnis zur Verlegung zweier Mühlen an der Kladow erhält, von einer Erweiterung der Stadt ist jedoch nicht ausdrücklich die Rede. Die öffentlichen Gebäude waren auf dem Marktplatz vereinigt. Die Pfarrkirche St. Marien war ursprünglich vom Kirchhof umgeben, nordöstlich unmittelbar neben ihr lag die Stadtschule. Im Osten schloss das Rathaus den Marktplatz ab. Vor dem Rathaus stand der Roland, 1576 auf einem Brunnen neu aufgestellt, 1594 abgebrochen und 1621 wieder aufgerichtet. Zu Anfang des 18.Jh. stand der Roland bereits nicht mehr. In der Südostecke der Stadt lag das Schloß des Deutschen Ordens. Ob es schon in askanischer Zeit einen Vorgänger gehabt hat, ist ungewiß. Eine Brücke über die Warthe wird schon 1360 erwähnt. Von Mühlen hören wir bereits bei der Stadtgründung. Eine Mühle vor der Stadt auf der Kladow, wohl die Vierradenmühle, wird 1372 erwähnt, 1428 die Grabenmühle, eine 1445 neben der Vierraden- und Grabenmühle genannte oberste Mühle ist nach Kaplick die Fernemühle. 1522 wird erstmals eine Walkmühle oberhalb der Fernemühle erwähnt.
Die drei Kapellen mit ihren Hospitälern lagen außerhalb der Stadtmauer: die Gertraudenkirche vor dem Zantocher Tor, das Heilig – Geist – Hospital vor dem Mühlentor und die Georgskapelle vor dem Brückentor jenseits der Warthe, wo noch der Name „Propstei“ an sie erinnert. Nach diesen Kapellen hießen in späterer Zeit drei Stadtviertel: Georgenviertel (Südosten), Gertraudenviertel (Nordosten) und Heiliggeistviertel (Nordwesten); das südwestliche war das Judenviertel. In späterer Zeit, wahrscheinlich seit dem Ende des 15. Jh., entstanden vor den Toren in der Umgebung der Hospitäler zunächst vereinzelte Häuser, aus denen sich im Verlauf des 16. Und 17. Jh. Die heutige Zantocher, die Mühlen- und Brückenvorstadt entwickelte. Der 30jährige Krieg brachte einen starken Rückschlag in der Entwicklung. Ein großer Brand legte 1647 fast die ganze Stadt in Asche. Die Vorstädte hatten durch den 30jährigen Krieg am meisten zu leiden; der Merianstich aus der Mitte des 17. Jh. zeigt nichts von ihnen. Südlich der Warthe liegt nur die neue Schanze und verdankt wie das „Newe Werck“ im Osten an der Warthe dem 30jährigen Krieg ihr Entstehen; die Kuhburg wurde zur Festung ausgebaut und noch 1709 mit einer neuen „Redoute“ und Zugbrücke versehen. Auf den Petzold’schen Zeichnungen aus dem Anfang des 18. Jh. ist die Umgebung der Stadt wieder besiedelt. Auch im Norden, im Verlauf der heutigen Franz Seldte Straße (ehem. Bergstraße) greift die Stadt mit dem Scheunenviertel über die Mauer hinaus.
Während im 16. Jh. in den Vorstädten nur besitzlose Bevölkerung wohnte, die dem Amt Himmelstädt dienstpflichtig war, hatten sich dort nach dem 30jährigen Krieg auch Bürger angesiedelt. So standen 1719 in der Zantocher Vorstadt 39 Bürger- und 17 Vorstädterhäuser, in der Mühlen- und der Brückenvorstadt waren die Vorstädterhäuser noch in der Überzahl. Unter der Regierung Friedrich Wilhelm I. griffen königliche Verordnungen in die Stadtgestaltung ein. Auf Grund eines Ediktes von 1726 wurde der Friedhof aus der Stadt verlegt (vor das Mühlentor), der Marktplatz gepflastert und das alte Schulgebäude am Markt abgerissen, nachdem schon 1710 auf der Schloßstelle ein neues Schulgebäude entstanden war. Die Häuser erhielten gelben und weißen Verputz. 1734 wurde der Schießgraben aufgefüllt und hier, nördlich vor der Stadtmauer, die Neustadt angelegt, eine Reihe von elf gleichförmigen Bürgerhäusern. Vor dem Zantocher Tor war 1728 die Garnisonkirche gebaut worden, an Stelle des alten Schützenhauses, das auf die andere Seite der Warthe verlegt wurde. In die Regierungszeit Friedrichs des Großen fallen der Brand und Wiederaufbau der Zantocher Vorstadt und die Anlage der Friedrichstadt im Westen. 1768 brannten in der Zantocher Vorstadt 252 Gebäude ab, darunter die Konkordienkirche. In den folgenden Jahren wurden die Häuser mit königlichen Zuschüssen wieder aufgebaut, meist massiv, nur wenige in Fachwerk. Das Hospital wurde vor das Mühlentor verlegt.1771 erfolgte westlich des Kietzes die Gründung der Friedrichstadt als Weber Kolonie für 100 „Professionisten“ mit 50 Doppelhäusern, deren Bau 1772 begonnen wurde. Der Anfang des 19. Jh. brachte eine weitere „Modernisierung“ des Stadtbildes, der leider auch die beiden noch bestehenden Tortürme (1827/28) und fortschreitend Teile der Stadtmauer zum Opfer fielen. In den 20er Jahren wurden die Straßen gepflastert, 1823 der Friedhof bei der Konkordien in Parkanlagen umgewandelt, der vor dem Mühlentor 1831 geschlossen und der jetzige an der Friedeberger Straße angelegt. 1834 brannte die Mühlenvorstadt, 1842 die Brückenvorstadt fast ganz nieder. 1847 wurde die Garnisonkirche abgerissen, die bereits seit 1816 als Theater diente. 1850/51 fiel mit dem Rathaus der letzte Profanbau des Mittelalters, der Platz wurde dem Marktplatz einverleibt. Immer weitere Teile der Stadtmauer fielen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. dem Wachsen der Stadt zum Opfer, durch ihre Ausdehnung nach Norden (seit 1881) verschwand auch der einfache Fachwerkbau der Ratsvollwage. Die Bauten, die im Zusammenhang mit der Industrie neu erstanden, haben das Stadtbild mehr und Mehr entstellt, dagegen wurde eine erfreuliche Bereicherung des Stadtbildes mit der Anlage des Stadtparkes und des Quilitzparkes geschaffen.
Den Kern der Stadtanlage bildet heute noch das mittelalterliche Straßensystem, auch der einstige Verlauf der Stadtmauer hebt sich noch klar ab. Die Vierraden- und die Fernemühle liegen noch an den alten Stellen vor der ehemaligen Stadtmauer, das Grabenmühlenfließ wurde jedoch 1827 eingeebnet. Von den mittelalterlichen Bauwerken haben sich nur die Marienkirche und ein Rest der Stadtmauer erhalten. Von dem Rathaus und in geringerem Maße auch von den Stadttoren geben die alten Abbildungen noch eine Vorstellung. Die Wohnhäuser bestanden bis zum 18. Jh. wohl fast ausschließlich aus Fachwerk. Aus dem 17. Jh. stammen nachweislich der Kern der heutigen Apotheke zum Schwarzen Adler und das „Judenhaus“. Was sich sonst noch an älteren Häusern in der Stadt und den Vorstädten befindet, entstammt dem 18. oder dem frühen 19. Jh. eine Reihe von Ansichten aus dieser Zeit ergänzt das Bild, das die wenigen erhaltenen Bauten selbst bieten. Die Nordseite des Lindenplatzes und das anschließende Stück der Zechower Straße, die friderizianischen Häuser auf der Südseite der Theaterstraße und schließlich die Neustadt haben noch am besten das Aussehen aus der ersten Hälfte des 19. Jh. bewahrt, auch in der Friedrichstadt ist der Siedlungscharakter der friderizianischen Zeit mit den niedrigen langgestreckten Doppelhäusern noch bestimmend. Doch auch hier griff überall die Gründerzeit mit ihren Bauten zerstörend in das Straßenbild ein und vollends hat der Zug der Richt- und der Küstriner Straße mit dem Marktplatz jeden geschichtlichen Charakter eingebüßt.

Stadtmauer
Die Stadt wurde sogleich nach der Gründung mit einer hölzernen Befestigung umgeben. Die Nachrichten von 1321 und 1325  legen die Vermutung nahe, daß in dieser Zeit die Mauer errichtet worden ist. Sie hatte drei Haupttore mit Türmen: das Mühlentor, das Zantocher Tor und das Brückentor. Daneben wurde sie von einer Reihe kleinerer Tore und Mauerpforten durchbrochen: 1577 hören wir von einem Zanziner Tor im Norden, Bekmann nennt noch eine Baderpforte im Süden, der Plan von 1721 zeigt an dieser Stelle noch zwei weitere Mauerdurchbrüche, außerdem das Zanziner Tor im Norden. Die Mauer ist hier, ebenso wie auf den Ansichten von Merian und Petzold, dicht mit Weichhäusern besetzt; im Süden fehlen solche. Das Zantocher Tor hatte als einziges ein Vortor, das auch der Merian – Stich zeigt. Zu Anfang des 18. Jh. erhielten die Tortürme das steile Dach und die Laternen – Aufsätze, die wir auf den Petzold’schen Ansichten sehen. Um 1740 trug man den Turm des Brückentores ab, 1827/28 die beiden anderen Tortürme, 1834 den letzten Rest des Brückentores. Gleichzeitig wurden, bis in die jüngste Zeit hinein, immer weitere Teile der Stadtmauer niedergerissen. Nur ein geringer Rest im Norden ist erhalten.
Das noch vorhandene Stück der Mauer erstreckt sich von der Bäckergasse bis zur Poststraße. Es verjüngt sich nach oben, besteht aus Feldsteinen mit in Resten erhaltener Backsteinkrone. Vier Weichhäuser, stark zerstört und vielfach erneuert. Zu erkennen ist noch die weitgehende Verblendung und Erweiterung des Freldsteinkernes mit Backsteinen, insbesondere bei den äußeren Weichhäusern des erhaltenen Mauerzuges. Die Seitenwände sind nach der Innenseite um 1 bis 1,5 m vorgezogen, in den Außenmauern in zwei Geschossen übereinander Scharten, die im Innern zu Nischen mit abgetrepptem oberem Abschluß erweitert sind, auch an den Seiten der vorspringenden Mauerteile Schießscharten. Zu ihnen führte eine steinerne überwölbte Treppe, in Spuren erhalten. Scharten mit Backsteinumrahmung stellenweise zwischen den Weichhäusern in etwa 2 m Höhe über dem Erdboden. Einige größere, mit Backstein zugesetzte Öffnungen unmittelbar über dem Erdboden.

Marienkirche
Pfarrkirche der Stadt. Patron: Stadt Landsberg. 1298 war der Patron dem neugegründeten Domstift Soldin übertragen worden, vor 1451 vom Deutschen Orden erworben, 1580 und 1693 wird der Kurfürst als Patron genannt. Kirchenbücher seit 1578 (im 17. Jh. lückenhaft) in der Küsterei. Die älteren Pfarrakten im Stadtarchiv, beginnend mit dem Inventar von 1440.
Im Folgenden eine Übersicht der wichtigsten Ereignisse:
1298 Übertragung des Patronats an das Domstift Soldin.
1337 Erwähnung zweier Altäre ohne Nennung der Kirche.
1350 Elenden Altar genannt.
1354 und 1361 Marienaltar genannt.
1361 Altar der Maria Magdalena genannt.
1362 Allerheiligen Altar genannt.
1376 St. Nikolaus Altar gestiftet.
1384 Altar der 11 000 Jungfrauen gestiftet.
1385 Altar des heiligen Urban in der angehängten Kapelle gestiftet.
1392 Altar zu Ehren Mariens und 11 000 Jungfrauen gestiftet (?)
1431 Altar zu Ehren Gottes, Mariens und der hl. Dorothea in der angebauten Kapelle gestiftet.
1440 Calandt Altar, Altare der hl. Anna, des hl. Carolus (Altar der Bäcker), der hl. Barbara, der hl. Catharina, und der hl. drei Könige, des hl. Erasmus (Altar der Schuster) und Heilig – Kreuz – Altar genannt.
1444 Patronatsrecht des Marienaltars und des Altars der 11 000 Jungfrauen an die Gilde unserer lieben Frauen in Landsberg übertragen.
1464 Zusammenlegung zweier Marienaltäre.
1488 Frühmesse am Marienaltar bestätigt.
Um 1489 Erbauung des Chores.
1490 Altar zu Ehren Gottes, Mariens und des Heiligen Kreuzes gestiftet.
1506 St. Annen – Altargenannt
1561 Renovation und Ausweißung des Inneren
1565 Emporeneinbau
1583 Tuchknappenempore eingebaut
1598 Orgel angeschafft
1617 Gestühl gestiftet
1619 Stiftung einer Kanzel
1621 Turmaufbau errichtet
1708 Beschädigung der Turmspitze Blitzschlag
1726 Verlegung des Kirchhofes, Anbau der Krambuden
1801 Reparatur der Fenster
1821/22 Umgestaltung des Innern, Altar entfernt, neue Emporen und Gestühl. Anbaute der Südseite abgebrochen.
1823/25 Turmreparatur
1845 Neuer Altar aufgestellt
1890 Abbruch der Krambuden bis auf eine
1902/03 Ausmalung des Innern
1935/36 umfassende Wiederherstellung des Äußeren
Lage: Inder Mitte der Stadt, freistehend auf dem Marktplatz, bis 1726 vom Friedhof umgeben. Bei Verlegung des Friedhofes 12 Krambuden angebaut, von denen noch eine steht.
Baugefüge: Dreischiffige gotische Hallenkirche aus Backsteinen großen Formates.
Der Turm schließt ohne Fugen an das Langhaus an, seine Entstehung fällt wahrscheinlich in die ersten Jahrzehnte des 14. Jh. wie am heutigen Bau einwandfrei erkennbar, schloß die Kirche ursprünglich im Osten gerade, der Chor wurde im 15. Jh. (die Jahreszahl 1389 auf den Ziegeln der Chor – Ostwand darf als Anhaltspunkt für seine Entstehungszeit dienen) angebaut.
Das Innere wurde in den Jahrhunderten nach der Reformation entscheidend verändert und entstellt. Wohl bei der Ausweißung 1561 oder 1600 erhielt das Langhaus seinen dicken Putzmantel. 1621 wurde der Turmaufbau errichtet. 1821 wurden durchgreifende Änderungen vorgenommen. Damals wurde die ganze jetzige Inneneinrichtung, Emporen, Kanzel und Gestühl, neu geschaffen, der jetzige Altar kam 1845 hinzu. Mit großem Gemälde von Begas.
Ausstattung: Kelch aus Silber, vergoldet. Auf dem Fußrand die Inschrift 1493
Kelch aus Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1779 als Ersatz für einen 1758 verbrannten Kelch hergestellt.
Weitere Gegenstände befinden sich im Heimatmuseum.

Konkordienkirche
1636 stiftete Adam Sorgenfrey 400 Taler zum Aufbau der im 30jährigen Krieg zerstörten Gertraudenkapelle vor dem Zantocher Tor. 1696 wurde der Bau erst begonnen, 1699 blieb er unvollendet liegen, 1703/04 mit Hilfe eines königlichen Zuschusses vollendet und eingeweiht, auf königlichen Befehl als Simultankirche für das lutherische und reformierte Bekenntnis. 1923 wurde die reformierte Gemeinde als Personalgemeinde aufgehoben.
Patronat: Regierung (bis 1923 für die reformierte Gemeinde) und Stadt Landsberg. Kirchenbücher für die reformierte Gemeinde seit 1703, für die lutherische seit 1711, Kirchenrechnungen der reformierten Gemeinde seit 1713, Akten und Rechnungen über den Wiederaufbau nach dem Brand von 1768, „Angelegenheiten der Konkordienkirche 1636 bis 1704“ und weitere Pfarrakten im Pfarrarchiv. Akten betr. Konkordienkirche ab 1636 im Stadtarchiv.
Lage: In der Zantocher Vorstadt an der Straße nach Lorenzdorf, von Grünanlagen umgeben, die an Stelle des alten Kirchhofes (bis 1822) getreten sind.
Baugefüge: Putzbau mit Turm an der westlichen und Sakristeianbau an der östlichen Breitseite. Außengliederung in romanisierenden Formen und Turm von 1864/65. Der ursprünglich turmlose Bau wurde nach dem Brand der Zantocher Vorstadt im Jahre 1768 errichtet und 1778 eingeweiht. 1880 und 1898 Wiederherstellungsarbeiten, 1892 die Sakristei erweitert. 1912 Instandsetzung des Turmes. Um 1930 Ausmalung des Innern.
Äußeres: Die gesamte Außenhaut des Baues stammt aus den Jahren 1864/65 und aus späterer Zeit. Fenster rundbogig.
Inneres: Die Raumwirkung des 18. Jh. erhalten, die durch die Anbringung des Haupteinganges und des Altars an den Breitseiten und durch die geschwungenen Emporeneinbauten bestimmt ist. Die flache Holzdecke  ist an den Stellen, wo sie durch die oberen Säulen gestützt wird, herabgezogen, so daß Gratansätze entstehen.
Einbauten: Kanzelaltar an der östlichen Breitseite gegenüber dem Haupteingang. Empore allseitig umlaufend, Vor dem Kanzelaltar Taufe. Die gesamten Einbauten sind aus Holz und stammen aus dem 18. Jh. Alles neu bemalt.
Ausstattung: Kelch aus Silber, vergoldet, der reformierten Gemeinde 1704 von Friedrich I. gestiftet.
Kelch aus Silber, vergoldet. Zugehörige Patene, gestiftete 1729 von dem Apotheke Johann Oltmann und seiner Gattin Ephrosine Schumannen.
Oblatendose aus Silber, vergoldet, gestiftet von Friedrich Hoffmann und Frau Anna Hoffmannin geb. Schmidin 1711.
Pokal mit Deckel aus Silber, Stiftung vom  Verein freiwilliger Jäger aus den Jahren 1813/14/15 (Namen der Mitglieder eingraviert). Laut Inschrift eingeweiht bei der 25jährigen Jubelfeier 1838, 1864 der Militärgemeinde geschenkt.
Kronleuchter aus Messing. Um 1800.
Zwei Altarleuchter aus Holz. Zweite Hälfte des 18. Jh.
Truhe mit Eisenbeschlägen, von 1798.
Im Landsberger Heimatmuseum:
Schraubflasche aus Zinn, der Konkordienkirche gestiftet.
Schraubflasche aus Zinn,  von 1735.

Ehemaliger Friedhof
An der Nordseite der Konkordienkirche:
Grabmal der Susanne Ernestine Riesenbeck geb. du Titre. Gußeiserne Trommel mit Inschrift und Eichenkranz darunter und Deckelurne als Bekrönung, aufgestellt 1804. Etwa 250 cm hoch.
Schleiermacher Denkmal. Kleiner Baldachintempel auf vier gußeisernen Säulen, mit Giebeldach. Darin Postament mit Bronzebüste von Hopfgarten. 1848 errichtet. Inschrift: „Friedrich Schleiermacher Prediger an der Concordienkirche 1794 – 1796“.

Bethaus der Friedrichstadt
Patron: Stadt Landsberg. Kirchenbücher seit 1800 und Kirchenmatrikel von 1781 im Pfarrhaus. Akten betr. Einrichtung des Bethauses 1773 – 1790 und Rechnungen 1782/ 84 im Stadtarchiv Landsberg.
Das mit der Gründung der Kolonie 1771 angelegte Bethaus wurde 1904 abgerissen. Jetzt dient ein Raum im Schulhaus zum Gottesdienst.
Ausstattung: Glocke aus Eisen, 45 cm Dm. Berlin, 1820. Mit Relief des preußischen Adlers.
Im Landsberger Heimatmuseum:
Kelch aus Zinn. Laut Inschrift von 1777. 
Taufschüssel aus Zinn. Von 1781.
Schraubflasche aus Zinn. Von 1784.
Alter Friedhof
Im Norden der Küstriner Straße.
Grabmäler der ersten Hälfte des 19. Jh. aus Stein und Eisen. Hervorzuheben sind:
Grabmal der Johanna Juliana Veronika Roestel (gest. 19. August 1813). Gußeiserner Rundtempel auf hohem Sockel, etwa 3,5 m hoch.
Grabmal des Kgl. Preußischen Obersten und Commandeurs des Königl. 3. Dragonerregiments Friedrich v. Dossow (gest. 18. Juni 1828). Gußeisen. Kreuz auf etwa 3m hohem Würfelsockel, von Eisenzaun in Renaissanceformen umgeben, auf dessen vier kannelierten Ecksäulen Dragonerhelme.
Grabkreuz des Karl Friedrich Reiche (gest. 4. Mai 1831). Auf steinernem Sockel ein 2,76 m hohes schmiedeeisernes Kreuz von großzügiger Form.
Grabmal der Beate Charl. Wilhelm Kassmann junr. Geb. Paegelav (gest. 1831). Leicht nach oben verjüngte Steinplatte mit Giebelschluß, 1,84 m hoch. Gesims mit Engelskopf und Akanthusranken, auf der Rückseite mit Schmetterlingen in akantusranke verziert. Die Grabstelle von Eisengitter umgeben.
Ehemaliges Rathaus
Das 1850/51 abgerissene Rathaus im Osten der Marienkirche auf dem Marktplatz war ein im Kern mittelalterlicher Backsteinbau mit Satteldach und offensichtlich späterem quadratischen Turm über der Mitte, dem sogenannten Blaseturm (1825 abgerissen), der Ziergiebel davor an der Westseite war offensichtlich mittelalterlich, der Nordgiebel zeigt Formen des 16 Jh.
Bekmann gibt eine Beschreibung des Innern (Abschrift Märk. Museum): „Das Rathaus so mitten aufm Markt stehet, ist von Grund auf zwei stock hoch gemauert, und 105 Fuß breit und 70 Fuß tief. Dem Eingang desselben zur linken Hand ist das Archiv gewölbet, in der Mitten auf einem Pfeiler ruhend, zur Rechten die Königl. Akzise Stube unf hinter derselben der Bürgerl. Gehorsam beyde gewölbet. Oben überm Archiv ist die neue Raths oder Audience – Stube, worin wöchentlich ordinarie dreimahl, vorkommenden Umständen nach auch wohl mehrmahlen Rathstage gehalten wurden, gleichfalls wie die unterste gewölbet. Über der neuen Thüre nachm großen Bürgersaal stehet in Giebel das Stadtwappen, als ein rother Adler in jeder Klaue ein Kleeblatt haltend, über der anderen Thür nach der Gerichtsstube in einem Ovalen Güld – Rauten – Krantz in blauem Felde mit güldnen Buchstaben: Curia Templum Sanctiatis Amplitudinis Mentis cobsilil publici MDCCXIX. Zur Seiten vor dem kleinen Saal befindet sich die Gerichtsstube, worin wöchentlich 3 mahl Session genommen wird. Außen vor der Raths Stube ist der große Bürgersaal 100 Fuß lang und 65 Fuß breit, wozu man zu beydeb Seiten des Markts mittelst zweyen Treppen gelangen kann. Vorne nachm Markte zu über der Raths Stube in der Mitte des Gebäudes stehet ein hoher vier eckigter gemauerter Thurm, um welchen ein Gang mit Kupfer beleget, rund herum aber mit roth angestrichenen erisernen Traillen versehen, auf welchem die Stadt Musici tägglich abblasen, und die Augen wegen der herumliegenden schönen Situation ungemein delectieren, zur rechten Hand dieses Gebäudes ist der Raths- oder Stadtkeller, welcher mit Stuben Cabinetten, auch unter demselben mit einem gewölbten Keller versehen. Sonsten befindet sich noch unterm Archiv in der Erde das 3 Gewölbe, worin die Gefangene, so aufm Tod sitzen, können verwahret werden. Nechst diesem zur rechten des Eingangs ist wieder ein gewölbtes Gefängniß vor die ungehorsame Unterthanen, die nur kleine Verbrechen begangen, und letzlich in der Ecke unter Accise Stube noch ein dergleichen Gewölbe, worin einige Rathäusliche Sachen verwahret werden. Unter dem großen Bürger Saal ist die Fleisch – Scharre und in der Ecke eine Remise vor die Feuer Spritzen, alwo auch nächstbey die Feuer Leitern, Hacken und dergleichen Instrumente verwahret werden. In der Erde seyn zwei große Weinkeller vorne aber ein gewölbtes Sommerstübchen. Sonsten ist noch ein großer Keller vorhanden gewesen, so aber des Alters halben eingegangen, und mit Erde vor einigen Jahren ausgefüllet worden.
In der Ecke dieses Kellers unterm Rathause ist man durch eine Thür in dem engen Gang kommen, welcher unter der Erden nach dem Jungfrauen Kloster zugeführet, auf welcher Kloster Stelle itzo der Kaufmann H. Tobias Schultze in der Bau Gasse wohnet.“

Landarmenhaus
(jetzt landwirtschaftliche Hochschule)
Im Osten der Stadt zwischen Ostbahn und Warthe gelegener zweigeschossiger Putzbau aus den letzten Jahren des 18 Jh. mit Satteldach und 23 Achsen, zu denen 1925 eine weitere am Ostende hinzugefügt wurde, das Dach wurde hier abgewalmt. Die Westseite im späten 19. Jh. mit unverputzten Backsteinen verkleidet. Mitte und Seiten der Längsfronten von großen Pilastern eingefaßt, Portale in der Mitte der beiden Längsseiten.

Waisenhaus
Jetzt Polizeirevier, Schloßstraße Nr. 15.
1722 gestiftet, 1746 in die Schloßstraße verlegt, Neubau 1824. Akten betr. Stiftung und Verlegung, ab 1722, im Stadtarchiv Landsberg.
Zweigeschoßiger Putzbau von 1824, Satteldach, mit der Traufe zur Straße. Elf Achsen.

Stadtschule
1859 abgerissen.
1710 wurde die alte Schule auf dem Marktplatz abgerissen und auf der vom König geschenkten Schloßstelle in der Südostecke der Stadt ein Neubau errichtet. Es war nach den alten Ansichten ein schlichter zweigeschossiger Fachwerkbau  mit Walmdach. 1859 wurde er abgerissen und durch das jetzige Gymnasium ersetzt.

Ehemaliges Zeughaus
Zwischen Mauerstraße, Wollstraße, Hindenburgstraße und Zeughausgasse, ursprünglich unmittelbar hinter der Stadtmauer gelegen. Dreigeschossiger Putzbau mit offenem Mittelhof aus dem Ende des 18. Jh. oder Anfang des 19. Jh. Allseitig abgewalmtes Dach, die beiden Obergeschosse außen durch gequaderte Bänder zusammengefaßt, im Untergeschoß große Tore mit schwarz – weiß gestrichenen Türen aus der Bauzeit.

Wohnhäuser
Auf den Abbildungen des 17. Jh. und frühen 18. Jh. sieht man, daß damals die Häuser fast alle aus Fachwerk bestanden, jetzt sind davon nur noch wenige vorhanden. Die meisten älteren Häuser, die sich hier noch erhalten haben, sind eingeschossige Putzbauten, manchmal noch an einzelnen Wänden als ursprüngliche Fachwerkbauten erkennbar, mit Krüppelwalmdach quer zur Straße. Dieser Haustyp, der der Wollstraße und der Luisenstraße noch stellenweise ihr Gepräge gibt, geht wohl noch auf das 17. Jh. zurück. Eine andere charakteristische Hausform, das eingeschossige verputzte Traufenhaus und in seiner Mitte die Einfahrt und ein Zwerchhaus mit Giebelschluß, stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh. So zeigen sich noch vier von den ursprünglich elf Häusern der 1734 angelegten Neustadt. Ähnliche Häuser finden sich auch in der Brückenvorstadt, ein reicher ausgebildetes Beispiel in der Zantocher Vorstadt, an der Zechower Straße. Bei diesen beiden frühen Hausformen schließen sich im Innern die Räume beiderseits an einen breiten Mittelflur mit dem Treppenhaus an, der bei den Häusern der Neustadt als Durchfahrt ausgebildet ist. Von den Reihenhäusern der Zantocher Vorstadt und der Friedrichstadt haben sich auch noch mehrere in der alten Form erhalten. Die nach dem Brand der Zantocher Vorstadt im Jahre 1768 errichteten Häuser an der Theaterstraße sind eingeschossige Putzbauten mit Satteldach und stehen mit dem Giebel zur Straße, im Innern zeigen sie die ostdeutsche Hausanlage, jetzt meist stark verändert. Das Bild der Friedrichstadt wird noch durch die verputzten eingeschossigen Doppelhäuser bestimmt, wie sie bei der Anlage der Vorstadt 1771und in den folgenden Jahrzehnten erbaut wurden.
Die Haustüren stammen vielfach noch aus dem Ende des 18. Jh. und der ersten Hälfte des 19. Jh. Sie sind in einfacher Weise aufgedoppelt oder haben meist mit Kerbschnittmustern verzierte Felder. Eine Tür mit geschweiften Feldern aus dem 18. Jh. hat das Haus an der Wachsbleiche Nr. 1 in der Brückenvorstadt.
Besonders hervorzuhebende Wohnhäuser sind:
Richtstraße Nr. 63, Apotheke zum Goldenen Adler (ursprünglich Gasthof zur Sonne, seit 1789 Apotheke; vgl. G. Wartenberg, deutsche Apothekerzeitung, 1935 Nr. 52 und Ansicht von 1835 auf der Lithographie der Richtstraße).
Zweigeschossiger Putzbau mit Satteldach längs der Straße, in der heutigen Form etwa aus der Mitte des 19. Jh. In einem Balken im Hausflur Inschrift: „Her. Jacob Döbel Anno 1651“. Aus dieser Zeit stammt mit großer Wahrscheinlichkeit eine reiche Holzgalerie im Hof, an der Ostseite des westlichen Querflügels. Vierseitige Holzpfosten rahmen fünf flachbogige Arkaden im unteren und oberen Geschoß, zwischen beiden Geschossen dicht gereihte Baluster. Über der Mitte Zwerchhaus mit flachbogig geführtem Gesims unter dem Giebel. Im rechten Teil sind die Arkaden des Untergeschosses vermauert. Die Rückwand noch teilweise aus Fachwerk.
(Eine ähnliche Galerie im Hof des Hauses Wollstraße Nr. 59 wurde vor einigen Jahren abgerissen.)
Luisenstraße Nr. 12 (sog. „Judenhaus“). Zweigeschossiges Fachwerkhaus (1933 ganz überputzt) mit Krüppelwalmdach. Im Innern breiter Flur durch die Tiefe des Hauses auf einen Hinterhof führend. Treppengeländer mit Holzpfosten wohl aus dem 17. Jh. Auf einem Fußbodenziegel an der Treppe stand angeblich die Jahreszahl 1667. Auf den Ansichten von Petzold ist das Haus mit seinem hohen Dach deutlich zu erkennen und als „Synagoge“ Bezeichnet.
Wollstraße Nr. 38. Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach quer zur Straße, die Straßenseite im 19. Jh. erneuert. Im Innern Treppe des frühen 18. Jh., der Eckpfosten mit geschnitztem Akanthuswerk verziert.
Brückenstraße Nr. 6. Zweigeschossiger Putzbau mit durchgehender Pilastergliederung, um 1800.
Richtstraße Nr. 61. Dreigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach aus dem Anfang des 19. Jh., mit durchgehender Pilastergliederung und halbrundem Fenster im Giebel. Untergeschoß durch Ladeneinbau entstellt.
Küstriner Straße Nr. 60. Eingeschossiger Putzbau mit Walmdach. Die Front mit jonischen Pilastern gegliedert, in der Mitte korbbogige Türöffnung in flacher kreuzgewölbter Eingangsnische. Im Fries Inschrift: „Erb. 1771, Ren. 1922“. Ob das Haus wirklich aus dem 18. Jh. stammt, erscheint in Anbetracht seiner Ähnlichkeit mit dem 1845 erbauten Haus Küstriner Straße Nr. 98 sehr fraglich.
Markt – Ecke Luisenstraße. Brauerei Kohlstock. Nach alten Papieren (im Besitz von Herbert Kohlstock) an Stelle eines 1805 erworbenen „verwüsteten Brauhauses“ um 1814 erbaut. Zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach. Flache Gesimse mit eingekerbten Palmetten – Mustern. Um 1920 alte Schaufenster entfernt und das Äußere wiederhergestellt.
[Abgebrochenes Haus vor dem Brückentor an der Warthe. Zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach, zu erkennen auf den Ansichten von 1789 (siehe S. 84 Nr. 7) und 1790 (Nr. 10). Im Besitz des Apothekers G. Wartenberg. Plan des Hauses, beschriftet: „Das von dem Herrn Magazininspektor Bauer zu Landsberg vor dem Brückenthor gegen der Warthe erbaute neue massive Wohnhaus“, bez. J.G. Schultze 1784.
Entwürfe zu einem Vorwerk 1770 und zu Kleinbürgerhäusern in Landsberg a.W. 1769 von David Gilly im GStA.
Mühlen und Magazin
Vierrademühle. Geschichte siehe Einleitung zu Landsberg. Zweigeschossiger Putzbau von 1840 mit Krüppelwalmdach, am Mühlenplatz. Obergeschoß mit breiten Pilastern gegliedert.
Hintermühle, im Norden der Stadt, an der Straße nach Kladow. Durch Turbine betriebene Wassermühle. Wohnhaus und zweigeschossiges Mühlengebäude mit Krüppelwalmdach aus Fachwerk. Akten 1683 – 1740 im Stadtarchiv Landsberg. Magazin auf dem linken Wartheufer, langgestreckter zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach aus dem 18. Jh. 

Innungsgerät
Kanne der Schmiedeinnung, Kupfer, 44 cm hoch, mit mythologischen Darstellungen in getriebener Arbeit. Am Fuß Buckelkranz, darüber eingravierte Ranken, auf dem Deckel Kreuz und Ranken. Die Ränder mit Messing beschlagen. Ende des 17. Oder Anfang des 18. Jh.
Pokal der Bäckerinnung, Zinn, 41 cm hoch, mit rundem Fuß und Stil, zylinderisches Gefäß mit Wulst, der mit Löwenköpfen verziert ist. Deckel mit weiblicher Figur, die ursprünglich eine Fahne in der Hand hielt. Inschrift: „Meister Christian Hacke, Handwerksmeister, dessen Sohn Daniel Hacke, schenkt diesen Willkomm, 1726“. (Stempel: Zweimal großer Doppeladler mit Zeichen in Art eines Hauszeichens im Brustschild.) drei Silberschilde angehängt, der erste mit weiblicher Figur in durchbrochener Arbeit, Jahreszahl 1766 und Inschrift: „Michel Reke, der alte Bescheder“; der zweite mit Inschrift: „Matias Müller 1671“; der dritte mit Inschrift: „Jochim Friedrich Gießler 1689“.
Innungspokale der Bäckerinnung, Zinn, 54 cm hoch, gleiche Form wie dr vorige, die weibliche Deckelfigur mit Fahne, darauf Inschrift: „Meister Michel Recke verehrt 1670 dem Becker – Gewerk“. Auf dem Gefäß die Namen M. George Pasche, Peter Reger, Christian Röder, Burchardt Macke, Johann Habermann, Gottfried Runitz, Elias Becker, Martin Friedrich Bartsch, Peter Steffen, George Rettich, Christian Hacke, Johann George Steffen und die Jahreszahl 1708. Drei silberschilde angehängt, diese laut Inschrift gestiftet von „Joachim Pinnow, Mihl – Meister 1688, Heinrich Aschenbrenner, Musicus Instrumentalis 1708 und Christian Vierhüsse (oder Bierhüffe), Rathmann und Beysitzer des Beckergewerkes 1726“.
Zwei Gesellenkannen der Bäckerinnung, Zinn, 21 cm hoch, mit eingravierter Bretzel als Zunftwapen. (stempel des Christian Friedrich Ritter in Landsberg 1756 – Hintze 1326 bzw. Stempel des Tobias Kannegießer in Landsberg – Hintze 1322.)
[Im Landsberger Heimatmuseum wird eine größere Anzahl von Innungsladen, Innungskrügen und sonstigem Innungsgerät aufbewahrt.
Hiervon sind hervorzuheben:
Gewerkslade der Bäcker, Holz mit Eisenbeschlägen, verziert mit zwei Arkaden, Ranken und Palmetten in Kerbschnitzerei, bunt bemalt. Ferner: Gewerksladen der Zimmerer (1652, wiederhergestellt 1748), der Schuhmacher (1686), der Töpfer (1697), der Fleischer (1735( und der Weber (1755).
Pokal der Schuhmacherinnung, Zinn, 58 cm hoch. Runder Fuß und stil, auf dem Gefäß zwei Wülste mit Löwenköpfen, auf dem Deckel weibliche Figur. Eingraviert Stiefel und Jahreszahl 1788. Die Inschrift nennt: „J.C. Roloff von Fuerstenberg als Altgesell, M.L. Kittel von Landsberg a.W. als Schreiber und J.G. Brose von Bitterfeld als Deputirten, Meister a. Pfaffenschlaeger und Meister C. Fels als Vorsteher, J.G. Holzstein von Landsberg a.W.“ (Feinzinnstempel des Johann Ernst Raeder in Landsberg 1779 – Hintze 1327/28.)
Innungskrug des Töpfergewerkes. Eingeritzt Adam und eva mit Urne und Jahreszahl 1795. Die Inschrift nennt: „C.F. Gerlche, G. Sperber, E.F. Brandt, J.C. Steinborn, J.L. Schmidt“.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937