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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Himmelstädt (Mironice)

Am 22. Mai 1300 schenkte Markgraf Albrecht III. dem pommerschen Zisterzienser Kloster Kolbatz einen großen zusammenhängenden Landbesitz im Lande Landsberg, bestehend aus dem Hof „Crevetsdorf“, den Dörfern Cladow, Zanzin, Heinersdorf, Merzdorf, Neuendorf, Ratzdorf, Hohenwalde, Liebenow, Tornow, Beyersdorf, Stennewitz, Vietz, Pyrehne, Gennin und Loppow, einen großen Waldbezirk und 14 Seen, als Ausstattung für ein in „Crevetsdorf“ neu zu gründendes Kloster namens Himmelstädt, „locus coeli“. Das Kloster gelangte jedoch nicht in den Besitz aller dieser Orte, denn schon eine Bestätigungsurkunde von 1314 nennt nur Cladow, Zanzin, Heinersdorf und Loppow. Das Landbuch von 1337 nennt nicht einmal diese Orte und das 1304 vom Kloster erworbene Vietz als Himmelstädter Besitz, sondern nur 22 Hufen in Cladow und 14 in Zanzin sowie den Hof in Krebsdorf, die übrigen Orte sind im Besitz des Landesherren oder „minus juste“, also nicht mit vollem Recht, in dem der Medighe. Das Kloster kämpfte mit allen Mitteln, auch mit Fälschungen, um den zugesicherten Besitz. Nach und nach werden Cladow (1375), Heinersdorf und Merzdorf (1366, 1397), Zanzin (1321, 1405, 1411), Beyersdorf, Teile von Gennin und Stennewitz (1473, 1483), Loppow, Neuendorf und Teile von Tornow erworben. Aus diesen Schwierigkeiten ist es zu erklären, daß die Einrichtung des neuen Klosters nicht sogleich erfolgte. 1351 hören wir nur von Mönchen und einem Hofmeister in Himmelstädt, erst 1376 von einem Abt. es ist anzunehmen, daß in dieser Zeit auch erst die Kirche und die anderen Klosterbaulichkeiten errichtet wurden, an der Stelle des alten Hofes Krebsdorf. 1406 lag das Kloster „Hemelstede“ mit dem Bischof von Lebus in Streit wegen des Zehnten aus einigen dem Kloster gehörigen Dörfern. Bei Einführung der Reformation erwarb Markgraf Johann von Küstrin das Kloster vom letzten Abt und wandelte es 1539 in ein landesherrliches Amt um, das verwaltungstechnisch mit dem benachbarten Amt Karzig zusammengelegt wurde. Der 30jährige Krieg richtete das Amt völlig zugrunde. Nach der Urbarmachung des Warthebruches stieg jedoch die Zahl der Ortschaften, die zum Domänenamt Himmelstädt gehörten, auf 68 an. Die Familie des jetzigen Pächters, Oberst Erich Dietz v. Bayer, hat bereits seit über 100 Jahren das Domänengut in Pacht. – 1872 brannten die Baulichkeiten samt der Kirche ab, die Ruinen wurden fast ganz durch Abbruch beseitigt. – Tochterkirche von Cladow seit der Reformation.
Die Anlage des Amtes, wie sie uns die alten Abbildungen zeigen, ist bereits eine reine Wirtschaftsanlage mit einfachen Wirtschaftsgebäuden aus Fachwerk, und nur die Kirche inmitten des Gutshofes läßt das ehemalige Kloster erkennen.

Ehemalige Klosterkirche
Grundriß auf den alten Plänen, siehe besonders den Frankfurter Plan von 1875, Situationsskizze im Gutshaus, ebendort Ansicht von 1875, Bleistiftzeichnung von Oberst Dietz v. Beyer, angeblich nach einer verschollenen Photographie hergestellt. Die Mauern sind nach dem Brand von 1872 beseitigt worden, nur ein kurzes Stück steht noch als Giebelwand eines Stalles aufrecht, an ihm ist aber durch vielfache Umbauten nichts mehr über die ursprüngliche Anlage festzustellen. Den einzigen Anhalt gibt uns die Zeichnung im Gutshaus. Die Kirche war aus Backstein, hatte einen eingezogenen polygonen Chor mit Streben an den Kanten und allem Anschein nach ein Querschiff. Das Langhaus war schon frühzeitig profaniert worden, bereits bei Einrichtung des Amtes als Brennerei verwendet, so daß nicht einmal mehr festgestellt werden kann, ob es eine Basilika oder eine Halle war. Der Dachreiter aus Fachwerk ist im 18 Jh. aufgesetzt worden.
Eine Beschreibung aus der Zeit vor dem Brand schildert die Kirche: „Die Kirche Himmelstädt, gotisch, 43 Fuß lang, 29 Fuß breit äußerlich. Dieselbe ist jedenfalls der Altarraum der ursprünglichen Kirche gewesen, von welcher das an jene anstoßende jetzige 70 Fuß lange und 62 Fuß breite Brennereigebäude des Domänenvorwerks das dreischiffige Langhaus gewesen sein wird, wie die darin zum Teil noch vorhandenen vermauerten Mittelpfeiler und Wandpfeiler vermuten lassen, und danach auch auf die früher vorhanden gewesene Wölbung desselben geschlossen werden muß. Die Vorhalle oder Treppenraum der jetzigen Kirche an der südlichen Langfront, welche vielleicht ursprünglich zur Sakristei gedient, hat gegenwärtig ein gut erhaltenes Sterngewölbe“. Außerdem wird eine Zeichnung der Kirche bei der Regierung in Frankfurt erwähnt, die jedoch nicht mehr festgestellt werden konnte.

Gutshaus
Von 1830, schlichter eingeschossiger Putzbau.

Patron: Regierung. Kirchenbücher seit 1824 und Pfarrakten im Pfarrhaus in Cladow.
Die jetzige Kirche am Nordrand des Dorfes wurde 1878 nach dem Brand und Abbruch der Klosterkirche errichtet.
Ausstattung: Kelch aus Silber, vergoldet. 18. Jh.

Wohnhäuser
Zum Teil aus Fachwerk, einige wohl noch aus dem 18. Jh., besonders der Dorfkrug westlich gegenüber dem Gutshof, eingeschossiges Gebäude mit Krüppelwalmdach.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937