[../adb/alle.html]
[../stadtplan/plan_1.html]
[../fa/buchstaben.html]
[../bilder/ihv.html]
[../stradfen/ihv.html]
[../geschichte/ihv.html]
[../adb/ihv_nz.html]
[http://www.guweb.com/cgi-bin/guestbook?id=2807]
[../adb/impressum.html]
[./ihv.html]
[./ihv.html]
[../karte/gralow.html]
[../ob/gralow_146.html]
[../lk_1848/ihv.html]
[Web Creator] [LMSOFT]
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Gralow (Gralewo)

1337 waren in „Gralow“ vier Rittersitze, außerdem waren die v. Wedinghe im Besitz des Ortes. 1353 werden die v.d. Marwitz in Gralow belehnt. Neben ihnen finden wir 1452 die v. Ruffen, ebenso 1641, daneben die v. Rühligke und v. Strauß. Die Ruffenschen Anteile gingen an Hans Georg v.d. Borne über (1641 – 1654), andere an die v. Wreech. Im 18. Jh. treten die v. Schöning und die v. Brand als Gutsbesitzer in G. auf. Gegen Ende des 18. Jh. sind die Güter bereits vereinigt, nach mehrfachem Besitzwechsel (Frhr. v. Rhade 1790; Frhr. v. Wendessen 1803) erwarb sie 1819 der Generaldomänenpächter Honig, dessen Familie das Gut noch heute besitzt. – Mutterkirche für Jahnsfelde und Zantoch.

Patron: Gut Gralow. Kirchenbücher seit 1693, Matrikel von 1693, Indaganda 1814, Rechnungsbuch ab 1648 und weitere Pfarrakten im Pfarrhaus.
Lage: in der Mitte des Dorfes neben dem Gut, etwas erhöht.
Baugefüge: Fachwerkbau von 1708/09 mit Satteldach, eingezogenem Westturm, 1780 angebaut, die Spitze 1900 erneuert. An den Breitseiten Fachwerkvorhallen. Umfassende Wiederherstellung 1928 und in den folgenden Jahren.
Äußeres: Der Westturm mit achtseitigem Aufsatz in gotisierenden Formen um 1900. Die Gefache mit Ziegelfüllung, verputzt. Die hervorstechenden Regenrinnen stammen von der jüngsten Instandsetzung.
Inneres: Wände verputzt und gestrichen. Balkendecke mit Unterzug und sichtbaren Kopfbändern. Die Balken mit Schiffskehlen sorgfältig profiliert, am Unterzug Spuren zweier Mittelpfosten, auf der Nordseite eingeschnitten: „Adam Kinitz Baumeister Bürger aus Berlinchen.  Ao. 1708, den 22. Mai“.
Einbauten: Patronatsloge an der Nordseite. Auf der Kanzelrückwand war bis zur letzten Wiederherstellung eine Kreuzigungsgruppe vor punziertem Goldgrund angebracht, jetzt an der Südwand aufgestellt. Der Stil der Ornamentik des Altars sowie der Apostelfiguren, der Kreuzigungsgruppen und der Evangelisten Gemälde weist auf die Zeit des späten 16. Jh. Dem entsprechen die Jahreszahlen 1590 und 1599, die nach Hänseler auf der Rückseite der alten Wappen angebracht waren. In den Figuren noch starke gotische Nachklänge, am „modernsten“ das Predell Relief. Der Kanzelkorb im Stil des frühen n18.Jh. sicher beim Neubau 1708/09 eingefügt. Da die Familie v. Ihlenfeld und v. Papstein nicht in Gralow vorkommen, ist anzunehmen, daß der Altar aus einer anderen Kirche stammt und wahrscheinlich beim Neubau der Kirche nach Gralow gekommen ist. Ein v. Papstein besaß 1608 einen Hof in Landsberg. 1934 wurde der Altar völlig wiederhergestellt, die Fassung auf Grund umfangreicher alter Spuren erneuert, sehr farbenkräftig mit viel Gold. Vorher war alles braun überstrichen.
Ausstattung: Kelch aus Silber, vergoldet. Gestiftet 1684 von Dietrich v.d. Marwitz und Hedwig Elisabeth Marwitz geb. v.d. Lanken. Wappen v.d. Marwitz und v.d. Lanken. Buchstaben S.E.V.G. und G.V.S.
Taufbecken aus Zinn. Gestiftete 1805 von Agnese Louise Charlotte v. Wendessen.
Kreuzigungsgruppe aus dem Altar aus Holz. Unter dem Kreuz Maria und Johannes, am Fuß des Kreuzes Maria Magdalena (erst 1934 wieder mit der Gruppe vereinigt). Ende des 16. Jh., alten Farbspuren entsprechend neu gefaßt.
Grabstein des „Christoff Rülcke zu Grallo“ (gest. 1592).
Doppelgrabstein zweier Kinder, von 1758. Sehr beschädigt, da bis 1928 als Treppenstufe benutzt.
Schmiedeeisernes Grabkreuz vom alten Friedhof, der laut Tafel in der Vorhalle 1836 von der Kirche wegverlegt wurde.

Gut
In der Nordwestecke des Dorfes, neben der Kirche. Herrenhaus, Speicher und Wirtschaftshaus liegen um den rechteckigen Gutshof. Der Speicher stammt laut Inschrift über der Tür von 1764, laut Tagebuch im Gutshaus wahrscheinlich auch die anderen Gebäude.
Das Herrenhaus, eingeschossiger Putzbau mit mittlerem Zwerchhaus, an den beiden Schmalseiten erweitert (zweite Hälfte des 19. Jh.). im Innern stark umgebaut, doch der durchgehende Längsflur, an der beiderseits die Räume anschlossen, noch erkennbar.

Wohnhäuser
Am Dorfanger noch einige Fachwerkbauten erhalten.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937