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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Dechsel (Deszczno)
8 Km südöstlich von Landsberg. Angerdorf.

Als Arnold v. Uchtenhagen 1316 mit Meseritz belehnte wurde, war Schwerin mit vier Dörfer, darunter Dechsel, davon ausgenommen. 1345 schenkte Markgraf Ludwig d. Ä. den wüsten Ort „Dessen“ der Stadt Landsberg. Der Ort blieb Landsberger Kämmereidorf. 1406 verlangte der Bischof von Posen den Zehnten aus Dechsel. 1452 werden Richter und Schöffen in „Desczen“ genannt. Im 30jährigen Krieg hatte der Ort durch seine Lage an der großen Übergangsstraße von Landsberg nach Schwerin, an dem „Dechsler Damm“, sehr zu leiden. Bei der Besiedlung des Warthebruchs erlitt der Ort Einbuße an seiner Feldmark. Mutterkirche schon im 17. Jahrhundert, 1372 war D. Tochterkirche von Kernein. Damals ersuchte der Landsberger Rat den Bischof von Posen, die Kirche der Georgskirche in Landsberg zuzulegen. Tochterkirchen sind Borkow, Berkenwerder und Czettritz.

Kirche
Patron: Stadt Landsberg. Kirchenbücher seit 1803, Abschriften der Matrikel von 1693, Urkunden über Neubauten 1703 und 1749 und weiterer Pfarrakten im Pfarrhaus. Kirchenwesen der Parochie D. ab 1693 im Stadtarchiv Landsberg, Akten über die Kirche in D. ab 1735.
Baupläne von 1840/50 mit Grundriß und Turmansicht der alten Kirche im Pfarrhaus.
Die jetzige Kirche inmitten des Dorfes auf dem Anger, noch von einigen Grabstellen des ehemaligen Friedhofes umgeben, wurde 1892 an Stelle einer Fachwerkkirche von 1749 errichtet, die beiden unteren Turmgeschosse stammen von einem in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts angebauten Turm.
Einbauten (von der alten Kirche übernommen): Altar aus Holz. Auf dem Gebälk: „Anno 1749“. Die Formen entsprechen noch dem 17. Jh., so daß sich die Jahreszahl möglicherweise auf eine Wiederherstellung anläßlich des Kirchenneubaues bezieht. Neue Bemalung.
Ausstattung: Kelch aus Zinn. Buchstaben J.B.D.S.S.G.V. und Jahreszahl 1763 eingraviert.
Schraubflasche aus Zinn. Jahreszahl 1816 und die Namen: Schmaling, Prediger, C. Wunnecke, Kirchenvater.
Patene aus Zinn. Inschrift: „Prediger Schmäling und C. Wunnicke, Kirchenvater“.
Taufschüssel aus Zinn. Gestiftet 1766 von Maria Sophia Sidonia Lehmann und Johann Jakob Ludewich Lehmann, Krone mit den Buchstaben J.J.L. eingraviert.
Zwei Altarleuchter aus Holz,  17. oder 18. Jh.
Bildnis des Predigers Andreas Trojanus (gest. 1683, Öl auf Holz, 125:85 cm.
Bildnis des Predigers Adolf Zobel (gest. 1694, Gegenstück zum vorigen.
Grabstein des Predigers Michael Schmehling (gest. 1826, schlichter Inschriftstein in der Turmvorhalle.

Pfarrhaus
Eine Privatsammlung von Kunstgewerbe, darunter erwähnenswert, weil aus Dechsel selbst stammend: Tonteller, 29 cm Dm., glasiert, mit Darstellung eines Hirsches und der Jahreszahl 1769. Zinnteller, 24 cm Dm., mit Inschrift: „Anna Gensigin 1713“. (stempel undeutlich)
Ferner noch ein Messingleuchter aus der Kirche von Schönfließ (Nm.) von 1557.

Quelle:
Die Kunstdenkmäler des Stadt- und Landkreises Landsberg (Warthe)
Bearbeitet von Kurt Reißmann
Vorarbeiten von Georg Voß () und Otto Korn
Mitarbeiter: Eberhard Küster und Fritz Buchholz
Deutscher Kunstverlag, Berlin 1937