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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Landräthliche Bekanntmachung
Landsberger Kreisblatt 13. September 1849

Die Kommunal - Behörden werden aufgefordert,
die Klassen- und Kriegsschuldensteuer- Veranlagungslisten
für das Jahr 1850 anzufertigen und solche zwiefach
in den unten angegebenen Terminen hier einzureichen.
Die bei Ausstellung dieser Listen zu beobachtenden
Vorschriften werden nachstehend wiederholentlich
in Erinnerung gebracht.

Die Aufnahme des Personenstandes muß in allen Ortschaften zu gleicher Zeit, und zwar am 30.d.M. vorgenommen werden, wenn auch die Einreichung der Listen erst später erfolgt; damit nicht der Fall eintritt, daß Personen, welche etwa in der ersten Hälfte des Oktober von einem Ort, wo die Personen - Aufnahme noch nicht erfolgt ist, nach einem andern ziehen, wo die Listen bereits fertig und eingereicht sind, auf solche Weise ganz übergangen werden, und somit ein Ausfall bei der Personenzahl herbeigeführt wird.
Jeder Eigenthümer eines bewohnten Grundstücks oder sein Stellvertreter ist verpflichtet, die Bewohner dieses Grundstücks, und jedes Familienhaupt die Angehörigen seiner Haushaltung richtig anzugeben. Zu diesem Zwecke hat jeder Schulze dieselben zu versammeln, vor Beginn des Aufnahme - Geschäfts aber ausdrücklich auf die Vorschrift im § 7 des Klassensteuer - Gesetzes vom 30. Mai 1820 aufmerksam zu machen, wonach jede Verschweigung einer steuerpflichtigen Person mit Geldbuße bedroht ist.
Die Liste wird dann nach der Ordnung der Hausnummern oder nach der natürlichen Reihenfolge der bewohnten Grundstücke zusammengestellt. Sie muß ein vollständiges Verzeichnis aller im Orte bestehenden Haushaltungen, und aller daselbst sich aufhaltenden einzelnen Personen enthalten. Auch diejenigen Haushaltungen und Personen, welche aus irgendeinem Grunde von der Steuer frei sind, müssen mit aufgeführt werden. Allein von der Aufnahme ausgenommen sind die im activen Militärdienste stehenden Personen (also auch die Gendarmen) mit ihren Angehörigen. Die bei ihnen im Lohn und Brod stehenden Personen dagegen, und die bei ihnen lebenden Kostgänger sind steuerpflichtig und folglich mit aufzunehmen.
Die Auswertung der Steuersätze und Eintragung der Besteuerungsmerkmale erfolgt in der bisherigen Weise, und muß möglichst genau und vollständig geschehen, und zwar unter Beachtung der in der diesjährigen Liste geschehenen Berichtigungen.
In der 2ten Spalte der neuen Liste ist die Nummer anzugeben, unter welcher der Steuerpflichtige in der Liste des ablaufenden Jahres steht. Kommt er in derselben noch nicht vor, so muß die laufende Nummer der Zugangsliste vom ersten Semester angegeben, oder, falls er auch in dieser noch nicht vorkommt, angedeutet werden, daß er in der Zugangsliste vom zweiten Semester vorkommen wird.
Es geschieht diese Eintragung (beispielsweise) wie folgt:
Im ersten Falle: „1. Semester Nr.7.“
Im zweiten Falle: 2.Semester.“
In der 3ten Spalte sind die Hausnummern genau und vollständig anzugeben. Alle die Personen, welche ein und dasselbe Grundstück bewohnen, müssen auch unter einer und derselben Hausnummer hinter einander aufgeführt werden; und zwar zuerst den Besitzer des Grundstücks (Falls er dasselbe bewohnt), dann seine Dienstboten und Kostgänger, dann seine Mieter und hinter jedem von Diesen wieder dessen Dienstboten oder Gewerbsgehülfen.
In der 4ten Spalte sind nicht allein die Familiennamen, sondern auch die Vornamen anzugeben, und bei Witwen außerdem auch noch der Vatersname.
In der 5ten Spalte ist der Stand und das Gewerbe des Steuerpflichtigen ganz vollständig zu bezeichnen. So muß z.B. bei einem Grund - Eigentümer, der zugleich ein Gewerbe treibt, auch das Gewerbe in dieser Spalte mit angeben werden. (z.B.: „Grund- Eigentümer, Schneider und Materialwarenhändler.“) Die Angabe über den Umfang des Grundbesitzes und der Gewerbe dagegen (nach Maßgabe der in der Überschrift enthaltenen Andeutungen) gehören in die letzte Spalte.
Daß in der 6ten Spalte die Zahl der Personen unter, und derjenigen über 16 Jahr, richtig angegeben werde, darauf haben die Kommunal - Behörden ganz besonders sorgfältig zu achten. Ist es zweifelhaft, ob eine Person das 16te Lebensjahr schon überschritten habe, oder nicht, so hat die Kommunal - Behörde sich durch Einsicht der Geburtszeugnisse Gewissheit zu verschaffen.
Die Listen müssen sauber und vollkommen leserlich geschrieben sein, und dürfen auf keiner Seite mehr als 10 oder höchstens 12 laufende Nummern enthalten. Jede Liste wird zwiefach angefertigt. In dem Duplikate aber muß jede einzelne mit der entsprechenden Seite des Haupt - Exemplars genau überein stimmen. Das Beschneiden der Listen ist unnütz und benimmt nur den Raum zu den Bemerkungen, muß daher hinfort ganz unterbleiben. Auf jeder Seite der Liste muß unten ein Raum von einem Zoll Breite frei gelassen werden, damit etwa nötig werdende Berichtigungen der Aufrechnung bequem angebracht werden können.
Die auf jeder Seite der Liste in der letzten Spalte oben abgedruckten Bemerkungen sind bei Ausfertigung der Liste wohl zu beachten und genau zu befolgen. Dabei ist jedoch zu beachten, daß die bei den einzelnen Steuerpflichtigen in der Liste einzutragenden Bemerkungen nicht nach der Reihenfolge zu geben sind, wie sie in der gedruckten Überschrift vorkommen, sondern in allen Fällen muß der Hauptgegenstand vorangehen, und die Gegenstände von geringer Wichtigkeit nachfolgen. Bei einem Grundbesitzer ist also nicht etwa nach der Wortfolge der gedruckten Überschrift zuerst der Gesinde und Viehstand und dann erst die Morgenzahl, sondern es ist zuerst der Umfang, die Beschaffenheit und der Werth der Ländereien, als Hauptsache, und dann erst sind die übrigen minder wichtigen Gegenstände anzugeben. Dies könnte zwar, als sich von selbst verstehend, vorausgesetzt, muß aber hier ausdrücklich angeführt werden, weil eine große Anzahl Schulzen bisher eine unrichtige Verfahrensweise beobachtet hat.
Wenn einzelne Ortseinwohner auch in anderen Gemeinden Grundbesitz haben, so muß dieser ebenfalls dem Umfange und Werte nach in der letzten Spalte der Liste angegeben werden.
Bei Anfertigung der Listen müssen die Gerichtsleute und noch einige andere achtbare Gemeindemitglieder zugezogen werden, welche auch das Attest auf der Titelseite sämtlich mit unterschreiben müssen. Sobald dies geschehen und das Gemeindesiegel beigedrückt ist, werden die Listen der Polizei - Obrigkeit zur Prüfung und Bescheinigung der Richtigkeit vorgelegt, und dann unter Beifügung der Liste von 1849 in den unten angegebenen Terminen an mich eingereicht.
Damit demnächst hier bei der Revision derselben über etwaige Zweifel sogleich Auskunft erlangen werden könne, ist zu wünschen, daß jedes Mal der Schulze oder ein anderes mit der Sache vertrautes Gemeindemitglied sich zu dem Termine persönlich hier einfinde. Kann dies aber nicht geschehen, so muß der neuen Liste auch eine Nachweisung der gegen die Liste von 1849 vorgekommenen Veränderungen beigefügt werden. Jedoch werden nur die in den 11 ersten Haushaltungs - Steuerstufen vorgenommenen Veränderungen darin aufgenommen. Die Veränderungen in der 12ten Stufe, sowie in den Stufen 7 bis 11 für einzelne Personen, bleiben unerläutert.
Diejenigen Personen in der 12ten Stufe, welche wegen mehr als 60jährigen Alters entweder schon im ersten Semester laufenden Jahres in Abgang gebracht sind, oder auf Grund von Taufscheinen nun bei der neuen Veranlagung zur Steuerfreiheit gelangen, müssen zwar, wie gesagt, in der Hauptliste mit aufgeführt, zugleich aber in ein von derselben getrenntes Verzeichnis gebracht werden, zu welchem die Formulare in der Witteschen Druckerei zu haben sind, und welches nebst den Taufschein (soweit diese nicht schon mit den Abgangslisten vom 1. Semester 1849 eingegangen sind) gleichzeitig mit der neuen Steuerliste hier eingehen müssen.
Diejenigen Steuerpflichtigen der 11. und 12. Stufe, welche als Krieger der Jahre 1806 bis 1815 für sich und ihre Haushaltungsmitglieder die Steuerfreiheit genießen, müssen in der neuen Klassensteuer- Liste nach wie vor mit aufgenommen werden; es wird aber keine Steuer für sie ausgeworfen, vielmehr in der letzten Spalte der Liste der Befreiungsgrund angegeben, z.B. frei als Krieger von 1813 -15, oder: frei als Krieger von 1806. Dabei ist aber wohl zu beachten, daß zur Zahl der Haushaltungs- Mitglieder nur solche Blutsverwandte des ehemaligen Kriegers zu rechnen sind, welche von demselben Wohnung und Unterhalt empfangen. Solche erwachsenen Kinder, die bloß mit dem Vater zusammen wohnen, sonst aber nicht von demselben ernährt werden, sondern ihren eigenen Erwerb haben, müssen vielmehr besonders in den Listen aufgeführt und mit Steuer veranlagt werden.
Bei den steuerfreien Inhabern des Eisernen Kreuzes ist in der letzten Spalte der Liste anzugeben „als Inhaber des Eisernen Kreuzes laut Verfügung der Königl. Regierung vom 31. März 1843 (III.c. 292/3 43) steuerfrei.“
Außerdem aber sind die Besteuerungsmerkmale wie bei allen übrigen Steuerpflichtigen vollständig anzugeben, damit beurteilt werden kann, ob diese Person auch wirklich zu einer der drei letzten Steuerstufen gehören.
Die Formulare zu den neuen Klassensteuerlisten sind nach wie vor aus der hiesigen Witteschen Druckerei zu beziehen.
Termine zur Einreichung der Klassensteuerlisten für das Jahr 1850.
Montag, den 8. Oktober
Vormittag: Leopoldsfahrt, Derschau, Carolinenhof, Meyershof, Gürgenau, Kernein
Nachmittag: Blockwinkel, Plonitz, Eulam