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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Landrätliche Bekanntmachung
Landsberger Kreisblatt 15. Mai 1849

In neuerer Zeit haben Recalamationen und Anträge von Privatpersonen auf Befreiung oder Zurückstellung vom Militärdienst, auf Entlassung oder Beurlaubung von demselben bei den Ministerien des Krieges und Innern und bei den unterzeichneten Ober- Provinzial Behörden sich dergestalt vermehrt und den Geschäftsbetrieb erschwert, daß unter Hinweisung auf unsere Bekanntmachung vom 17./20. November wiederbekantlich zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird usw.

1) Alle derartigen Gesuche bei den Kreisbehörden eingebracht werden müssen, indem diese zunächst die Verpflichtung haben, die Verhältnisse zu prüfen und im Falle der Begründung die desfallsige Genehmigung in der gesetzlichen Weise zu vermitteln.
Wird von der Kreis- Behörde ein Gesuch als unbegründet zurückgewiesen und glaubt der Briefsteller bei der desfallstigen Entscheidung sich nicht beruhigen zu können, so steht

2) demselben frei, an die betreffende Königl. Regierung - und wird auch von  dieser das Gesuch als unzulässig zurückgewiesen - in weiterer Instanz an das Ober- Präsidium, und auch  von diesem zurückgewiesen, endlich an die Königl. Ministerien des Krieges und des Innern sich zu wenden. Es müssen in diesen Fällen aber jedes Mal die von den genannten Behörden zuvor erhaltenen Bescheide zu richtiger Beurteilung des Sachverhältnisses mit beigefügt werden, widrigenfalls von den höheren Behörden solche Gesuche unberücksichtigt und ohne Weiteres dem Bittsteller zurückgegeben werden müssten.
Hierzu wird noch

3) ganz besonders bemerkt, daß es zunächst Sache der Civil- Behörden ist, die Dringlichkeit vorgebrachter Reklamationen und Gesuche zu beurtheilen, und daß es daher nur Zeitverlust für die Bittsteller ist, wenn sie sich, wie bisher häufig geschehen, mit ihren Anträgen an irgendeine Militär- Behörde wenden.
Was dagegen
4) die Anträge um eine Beurlaubung von Soldaten betrifft,  so sind dieselben unter Beifügung der erforderlichen Beweismittel an den Commandeur des betreffenden Regiments oder Bataillons zu richten, welcher seinerseits dieselben selbst erledigen oder die höhere Genehmigung einholen wird.

Frankfurt a.d.O., den 17. April 1849
Der commandierende General
des 3. Armee- Corps,
General- Lieutnant (gez.) von Weyrach.
Landsberg a.d.W., den 23. Mai 1849

Berlin, den 20 April 1849
Königl. Ober-Präsidium der Provinz
Brandenburg
(gez.) von Patow.