[./ihv.html]
[./ihv.html]
[../adb/alle.html]
[../stadtplan/plan_1.html]
[../fa/buchstaben.html]
[../bilder/ihv.html]
[../stradfen/ihv.html]
[../geschichte/ihv.html]
[../adb/ihv_nz.html]
[http://www.guweb.com/cgi-bin/guestbook?id=2807]
[../adb/impressum.html]
[../lk_1848/ihv.html]
[Web Creator] [LMSOFT]
4. Landsberg als Heimatstadt oder Aufenthaltsort berühmter Männer.

Johann David Erdmann Preuß ist am 1. April 1785 zu Landsberg geboren; er besuchte hier die höhere Bürgerschule, dann die Universität zu Frankfurt a.O., wurde 1841 preußischer Historiograph in Berlin und starb dort am 25. Februar 1868. Als Geschichtsforscher behandelte er besonders das Leben Friedrichs des Großen und gab dessen Werke heraus. – „in diesem Hause wurde der Philolog Gottfried Bernhardy am 20. März 1800 geboren.“ Diese Inschrift trägt die Tafeln am Hause der Wollstraße, schräg über dem Eingang der Neuenstraße; darüber befindet sich das Reliefbild des Gelehrten. Bernhardy war der Sohn eines jüdischen Kaufmanns und besuchte die höhere Bürgerschule in Landsberg. Nach vollendetem Studium wurde er Lehrer am Gymnasium, dann an der Universität Berlin und 1829 Direktor des philologischen Seminars in Halle. Als Geheimer Regierungsrat starb er am 14. Mai 1875 in Halle. Der Inhalt seiner Schriften erstreckt sich hauptsächlich auf Sprache und Literatur der Griechen und Römer. – Eduard Boas, geboren am 18. Januar 1815 in Landsberg, beschäftigte sich, nachdem er erst Kaufmann war, mit literarischen Arbeiten. Er war viel auf Reisen und starb am 12. Juni 1853 in seiner Vaterstadt. Von ihm sind Reisebeschreibungen, komische Romane, Lustspiele, Gedichte, die Abhandlung „Landsberger Vorzeit“ und eine Chronik der hiesigen Schützengilde. Zwei Arbeiten aus der Geschichte der Literatur sind: Nachträge zu Goethes und Schillers sämtlichen Gedichten, „Schiller und Goethe im Xenienkampfe.“ – Emil Nürnberger lebte als Postdirektor und Geheimer Hofrat in Landsberg und starb 1848 in „Stillleben.“ Er schrieb Romane, ein astronomisches Handwörterbuch, eine Schilderung der Franzosenzeit in Landsberg und Übersetzungen. Man nannte ihn einen der sieben Weisen Deutschlands. – Sein Sohn Waldemar Nürnberger war unter dem Namen M. Solitaire ein bekannter Dichter und Novellist. Am 1. Oktober 1818 zu Sorau geboren, studierte er Medizin und ließ sich 1843 als Arzt in Landsberg nieder; hier starb er am 17. April 1869 und liegt in der Familiengruft auf dem großen Kirchhofe begraben. Er schrieb epische und lyrische Dichtungen: „Faust“, „Bilder der Nacht“. In seinen Novellen verfügt er über einen großen Reichtum an Bildern und malte in düsteren Farben das Unheimliche, Schreckliche und Dämonische. Seine Naturschilderungen zeugen von Kraft und Frische im Ausdruck.
Eduard Schulz ist am 23. Januar 1813 zu Landsberg geboren, wo sein Vater Kanzlist am Stadtgericht war. In Berlin betrieb er eifrige Studien, starb aber hier frühzeitig am 23. Oktober 1842. Er war ein sehr formgewandter Lyriker und schrieb unter dem Dichternamen Eduard Ferrand.
Heinrich Zschokke (1771-1848), der Dichter und Novellist, kam 1790 mit einer wandernden Theatergesellschaft als Theaterdichter nach Landsberg. Im alten Rathause fanden die Aufführungen statt. Als die Gesellschaft weiter reiste, blieb er zurück, widmete sich eifrigen Studien und bezog dann die Universität Frankfurt a.O.
Johann Friedrich Schleiermacher (siehe § 11).
Adolf von Winterfeldt (1824-1888), Schriftsteller und dramatischer Dichter, kam als sechsjähriger Knabe nach Landsberg, wo sein Vater Forstmeister war und das Haus am Konkordienkirchhof bewohnte. Seine Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Knabenzeit schildert der Dichter in seiner Erzählung „Aus Landsbergs alten Tagen“.
Robert Warthmüller (Müller) ist am 16. Januar 1859 in hiesiger Stadt geboren. Als Maler begann er seine Studien auf der Berliner Kunstakademie und setzte sie in München und Kassel fort. Nachdem er seinen Wohnsitz in Berlin Genommen hatte, trat er mit historischen Gemälden hervor: „Der König überall“ (Friedrich der Große bei den Bauern im Oderbruch); „der jüngste Rekrut“ (Grenadiere Friedtrichs II. als Einquartierte in einem Bauernhofe); „ein Liebesmahl“; „Neckerei“. Zu seinen bedeutendsten Gemälden gehört: „Eine bange Nacht“ (Friedrich I. in der Dorfkirche von Elsnig nach der Schlacht bei Torgau). Auch Bildnisse, Aquarelle und Wandgemälde hat er hinterlassen. Wartmüller starb als Lehrer an der Königlichen Kunstschule eines frühen Todes am 25. Juni 1895.
Unter noch lebenden Landsberger Malern und Dichtern verdienen genannt zu werden: Kolitz, Akademiedirektor und Maler in Kassel, Sellmer, Maler in Berlin, und Adolf Bolger, Buchhändler in Landsberg; letzterer schrieb in formgewandter Epik: „Ginevra“, „Die Wogenbraut“, „Die Herthasage“.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)