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§ 37. Ortschaftskunde

Der mittlere Teil des Kreises
Dieses Gebiet umfasst Dörfer der Hochebene, Thalrandes und des Warthebruchs. Auf der nördlichen Hochebene liegen Lorenzdorf, Kladow, Himmelstädt, Heinersdorf, Zanzin, Marwitz, Beyersdorf, Ratzdorf, Neuendorf  und Merzdorf, welche 1300 mit Ausnahme des ersten dem Kloster Himmelstädt geschenkt wurden. Lorenzdorf (Laurentinstorpe) liegt nordöstlich von Landsberg. Nach einer Urkunde von 1319 besaß es schon damals eine Kirche. Das Dorf wurde später durch Verpfändung dem Rate zu Landsberg abgabenpflichtig; ein Teil der Hufen gehörte dem Marienaltar in der Pfarrkirche zu Landsberg.
Kladow, nördlich von Landsberg, ist am See und Fluß gleichen Namens gelegen; es ist Sitz von zwei Königlichen Oberförstereien. Das Gut mit Brennerei gehört zur Domäne Himmelstädt. Der Name Kladow erinnert an die slawische Lichtgottheit Klodawa, d.h. die Liebliche, zu deren Ehren die Koladafeste abgehalten wurden. Markgraf Albrecht stellte hier am 22. Mai 1300 die Stiftungsurkunde für das Kloster Himmelstädt aus. Der Ort wurde 1435 ebenso wie Lorenzdorf durch die Polen verwüstet.
Über Himmelstädt sieh Anhang.
Heinersdorf (Heinriksestorf) und Zanzin liegen am Zanziner Fließ. Der Name Zanzin ist von Cic oder Cec abzuleiten, was bei den Slaven die Fruchtbarkeit bedeutet; die nach beendigter Ernte gefeierten Feste hießen Zazinki. Aus dem Jahre 1376 wird ein Pfarrer Dietrich Bandelkolb in Zanzin erwähnt.
Marwitz, an der Chaussee nach Soldin, wird zuerst 1289 genannt. Der Name ist slavischen Ursprungs und bezeichnet einen im finsteren Waldesdickicht gelegenen Ort. Marwitz besitzt ein Majoratsgut mit Brennerei. An der rechts von der Soldiner Chausse sich hinziehenden sumpfigen Niederung (Torfgewinnung) liegen Marwitzer Mühle und Zanziner Rahmhütte; am Stegsee befindet sich das Marwitzer Fischerhaus.
Beyersdorf liegt an der Chaussee nach Neudamm, 7 Kilometer von Landsberg entfernt. Die Kirche findet frühzeitig Erwähnung; 1376 war Johann Strogebir Pfarrer an derselben. Die Markgrafen verpfändeten die Abgaben zeitweise an Henning und Konrad von Marwitz.
Ratzdorf, zwischen Beyersdorf und Stennewitz, erinnert mit seinem Namen an das slavische Wort radoz, welches Feuer bedeutet. Unter Markgraf Ludwig wurden die Abgaben des Dorfes an den Rat von Landsberg verpfändet. 1404 kaufte der Vogt der Neumark Ratzdorf für 1300 Mark.
Etwa in der Mitte zwischen Landsberg und Beyersdorf liegt Merzdorf (Martinstorp) mit Gut und Brennerei. Von hier aus führt ein Weg in nordwestlicher Richtung nach Neuendorf, oberhalb Wepritz ziemlich nahe am Rande der Hochebene gelegen.
Am Höhenrande liegen Gennin, Loppow, Wepritz und Zechow, sämtlich slavischen Ursprungs. Die beiden ersteren gehören ehemals dem Kloster Himmelstädt. Gennin (Koninges) besteht heute aus mehreren selbständigen Gemeinden, die zum Teil im Bruch liegen; man unterscheidet Dorf Gennin, Neu-, Ober-, Unter und Alt Gennin. Der Name erinnert an Gongelis, die slavische Gottheit des Frühlings. Der nach Norden offene Bogen der Warthe ist von zahlreichen Kolonistendörfern erfüllt, die ihre Namen nach berühmten Männern Friedrichs des Großen haben, Wie Raumerswalde, Cocceji, Gerlachsthal u.s.w
Loppow ist Staion an der Ostbahn, der nahe Wald wird im Sommer viel besucht (Maserphuhl). Die Kirche wurde 1779 eingeweiht.
Wepritz (Weperzow) wird 1325 erwähnt und war den Bürgern Landsbergs zinspflichtig. Ehemals besaß es gute Weinberge und Tabaksfelder. 1825 wurde Wepritz durch einen Brand verwüstet; nur die Schmiede, ein Hirtenhaus, ein Fischerhaus und drei Scheunen blieben stehen. Zu der stattlichen Kirche wurde 1829 der Grund gelegt. Auf Wepritzer Gebiet liegen eine Kunststeinfabrik und die Stärkefabrik. Wepritz ist der Heimatort des Malers Professor Henseler in Berlin.
Zechow (Techowe) liegt östlich von Landsberg in einer tief eingeschnittenen Randschlucht des Höhenzuges. Der Name hat eine ähnliche Abstammung wie der von Zanzin; er bedeutet einen Ort großer Fruchtbarkeit. 1335 gehörte Zechow den Familien Uchtenhagen und Jagow auf Zantoch; später ging es in Pacht des Landsberger Rates über. Am 16. August 1834 verursachte ein Blitzschlag einen großen Brand, der 60 Gebäude in Asche verwandelte.
Bedeutende Ortschaften im Warthebruch sind Landsberger Holländer, Eulam, Derschau, Schönewald, Bürgerbruch, Blockwinkel, Altensorge, Dechsel, Berkenwerder, Kernein, Rosswiese, Seidlitz und Czettritz.
Eulam (Ulym) ist eine uralte Ansiedlung; denn beim Pfarrhause fand man schön verzierte Urnen, Broncenadeln und Messer aus Feuerstein; urkundlich wird es 1316 erwähnt. 1325 schenkte es Ludwig der Ältere der Stadt Landsberg. Weiter südlich auf einer Schwemmsandfläche der Bruchgrenze liegt Altensorge, früher Glinik (Lehm) genannt. 1319 kam es in Besitz von Landsberg, dem heute noch der nahe Wald mit dem Bestiensee gehört. Am Abflusse desselben befand sich einst eine Mühle und an den oberen Quellen eine Försterei. (Ferienheim für Kinder.)
Birkenwerder, früher Sommerlate genannt, findet 1347 Erwähnung. Die Kirche wurde 1780 eingeweiht. Weiter auf Landsberg zu liegt an der Chaussee Dechsel mit Haltestelle der Landsberg- Schweriner Bahn. Als Desna oder Dessen ist es ein sehr alter Ort. Der Name rührt von Diasy, einer slavischen, schädlichen Gottheit. Durch die polnischen Einfälle 1326 wurde das Dorf vernichtet und lag über 20 Jahre wüst, bist es Ludwig dem Rate von Landsberg schenkte, der es wieder aufbauen ließ.
Kernein (Karnino) ist eine polnische Ansiedlung und wurde einst vom Herzog Wladislaus einem seiner Getreuen für geleistete Kriegsdienste geschenkt, der es wieder an das Kloster Paradies abtrat. Dessen Abt verkaufte das Dorf 1385 an den Rat von Landsberg. 1822 wurde Kernein durch einen großen Brand zerstört; 1825 erhielt es die neue Kirche.
Seidlitz und Czettritz liegen auf einer erhöhten Vorstufe zum Warthebruch und erinnern durch ihre Namen an Generäle Friedrichs des Großen. Die Einweihung der Gotteshäuser beider Orte geschah 1797.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)