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§ 36. Die Verwaltung und Einteilung des Kreises.

An der Spitze der Verwaltung des Kreises steht der Landrat, der vom König ernannt wird und Vertreter der Staatsregierung ist. Als solcher überwacht er die Selbstverwaltung im Kreise, leitet die Polizei, wozu ihm die Gendarmen zur Verfügung stehen, und sorgt für Ausführung der Gesetze und Verordnungen der Regierung. Die Organe der Selbstverwaltung sind der Kreistag und der Kreisausschuss. Der Kreistag besteht aus 32 Abgeordneten der Kreisbevölkerung, die auf 6 Jahre gewählt werden. Die Wahl der einen Hälfte geschieht durch die Landgemeinden, die der anderen durch die ländlichen Großgrundbesitzer. Der Kreistag tritt alljährlich zweimal im Kreisständehause zu Landsberg a.W. unter dem Vorsitze des Landrates zusammen. Die Verhandlungen erstrecken sich auf die öffentlichen Arbeiten im Kreise, auf Anlegen und Instandhalten von Wegen und Brücken, auf die Kreis- Krankenpflege, auf Verteilung von Staatszuwendungen, auf die Aufbringung von Kreissteuern, auf die Ämter und Besoldung der Kreisbeamten u.s.w. Der Kreisausschuß besteht aus dem Landrat und 6 vom Kreistage auf 6 Jahre gewählten Mitgliedern, die auch zum Kreistage wählbar sind. Aufgaben des Kreisausschusses ist die Vorbereitung und Ausführung der Kreistagsbeschlüsse, die Verwaltung der ihm überwiesenen Kreisangelegenheiten und die Ernennung der Kreisbeamten. Der Kreisphysikus beaufsichtigt die Gesundheitsverhältnisse des Viehstandes und trifft Anordnungen bei ausbrechenden Seuchen unter den Tieren; der Kreisbaumeister leitet die öffentlichen Bauten. Andere Einrichtungen der Kreisverwaltung sind die Kreiskasse, die Kreis- Chaussee- Verwaltung, das Katasteramt. Die Volks- und Bürgerschulen des Kreises stehen unter der Aufsicht von drei Königlichen Kreis- Schulinspektoren, in die auch die Stadt Landsberg mit einbegriffen ist.
Der Kreis, in dem sich keine einzige Stadtgemeinde befindet, ist in 37 Amtsbezirke eingeteilt, welche aus 120 Landgemeinden und 30 Gutsbezirken bestehen. An der Spitze jedes Amtsbezirks steht der Amtsvorsteher; er übt die Polizeiverwaltung im Bezirk aus. Die Verwaltung der Landgemeinden ist dem Gemeindevorsteher (Schulzen) übertragen, dem zwei von der Gemeindeversammlung auf 6 Jahre gewählte Schöffen oder Dorfgeschworenen zur Seite stehen. Früher war das Schulzenamt erblich. Zur Gemeindeversammlung gehören alle männlichen Mitglieder, die in der Gemeinde Grundbesitz oder ein Jahreseinkommen von mindestens 660 Mark haben, 24 Jahre alt und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Zählt die Gemeindeversammlung mehr als 40 Personen, so wird daraus die Gemeindevertretung gewählt. Sie besteht aus dem Gemeindevorsteher, den Schöffen und 9 bis 24 aus der Gemeindeversammlung nach dem Dreiklassensystem gewählten Gemeindeverordneten. Die Gemeindeversammlung (Vertretung) beschließt unter dem Vorsitz des Schulzen über alle Gemeindeangelegenheiten, das Gemeindevermögen, die Gemeindearbeiten, die Bauten und über den Gemeindehaushalt (Einnahmen und Ausgaben). Die Gutsbezirke sind herrschaftliche Besitzungen (Rittergüter); der Besitzer ist zugleich Gutsvorsteher und hat alle Rechte des Gemeindevorstehers.    
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)