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§ 25. Landsberg während des dreißigjährigen Krieges.

Im Verlauf dieses Krieges war der Stadt und ihren Bewohnern eine wechselvolle, an Drangsalen reiche Zeit beschieden. Als im Jahre 1624 der König von Polen dem kaiserlichen Feldherrn Tilly Kosakenbanden zur Hilfe sandte, wurde die Neumark zum erstenmal von den Greueln des Krieges erfüllt. Diese vermehrten sich noch, als die Heere Tillys und Wallensteins nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge 1626 sich über ganz Norddeutschland ergossen und ein Truppenteil auch Landsberg besetzte. Auf Bitten des damals 9jährigen Kurprinzen Friedrich Wilhelm, des nachmaligen großen Kurfürsten, der in Küstrin erzogen wurde und einzig aus Abgaben der Stadt Landsberg seinen Unterhalt bestritt, wurde diese wieder geräumt. Die Befreiung von dieser Last dauerte jedoch nur kurze Zeit. Mit dem Vorrücken des Schwedenkönigs Gustav Adolf im Jahre 1630 und nach seinem Siege über die Kaiserlichen flüchteten sich 3000 Mann des geschlagenen Heeres in die Mauern Landsbergs. Schon hatte der König einem seiner Generäle den Auftrag gegeben, die Stadt einzuschließen, als dies durch die Annäherung eines starken Heeres unter Tilly vorläufig verhindert wurde. Die Kaiserlichen hausten wie überall so auch in Landsberg in furchtbarer, zügelloser Weise; sie plünderten das Eigentum der Bürger, wobei sie fast jedes Versteck ausfindig zu machen wussten, ermordeten diejenigen, welche sich widersetzten, verbrannten alle Ratsdörfer, Vorstädte, die mit Getreide gefüllten Scheunen und die beiden Kirchen, welche vor der Stadt lagen. Mit seinem schwachen Heere konnte Kurfürst Georg Wilhelm seinen Unterthanen keinen Schutz gewähren; darum gab er ihnen die Erlaubnis, sich selbst zu verteidigen und an den Plünderern Vergeltung zu üben.
Als sich Tilly mit seinem Heere gegen Magdeburg wandte, suchte Gustav Adolf die festen Plätze im Osten in seine Gewalt zu bringen, um sich den Rücken frei zu machen. So erstürmte er 1631 Frankfurt und wandte sich dann gegen Landsberg. Er sandte seine Generäle Horn und Baner am rechten Ufer der Warthe von Küstrin aus flussaufwärts, um Landsberg von Norden her einzuschließen, während er selbst auf der linken Seite folgte. Jenseits Kuhberg soll er unter einer Eiche sein Zelt aufgeschlagen haben. Der Kommandant dieser Burg wurde bei einem Ausfalle getötet und die Besatzung gefangen genommen. Ein Landsberger Bürger zeigte dem König den Weg und führte ihn auf einem Damm durch die Sümpfe gegen die Stadt. Mit Hilfe einer schnell geschlagenen Brücke erschienen die Schweden plötzlich unter den Mauern Landsbergs, dessen Besatzung sich unter ehrenvollen Bedingungen ergab und abzog. So bot die Eroberung Landsbergs die unmittelbare Ursache für Magdeburgs Fall und Zerstörung, da der König dadurch verhindert wurde, der bedrängten Stadt rechtzeitig Hilfe zu bringen.
Aber nicht lange sollten sich die Schweden des Besitzes der Stadt freuen; denn das schwankende Kriegsglück führte bald wieder kaiserliche Heerhaufen in ihre Nähe, weil die Schweden in Schlesien bei Steinau geschlagen worden waren. Die Wallensteiner nahmen 1633 die Schwedenschanze bei Zantoch mit Sturm und erlangten ohne Kampf von dem mutlos gewordenen Kommandanten die Übergabe Landsbergs, dessen umliegende Schanzen aufs neue stark befestigt wurden. Im folgenden Jahre wurde Landsberg von den Schweden zum zweiten male belagert und erobert; an ihre Stelle traten 1635 nach dem Separatfrieden zu Prag abermals die Kaiserlichen. Im Jahre 1637 kam es vor den Toren der Stadt zu einer blutigen Schlacht, die mit dem Rückzuge der Schweden unter Baner endete; aber schon im folgenden Jahre musste sich ihnen die Stadt aufs neue ergeben, um bis 1650, zwei Jahre nach dem westfälischen Frieden, in ihrem Besitz zu bleiben.
Unter dem fortwährenden Wechsel der Besatzung hatte die Stadt unsäglich viel zu leiden. Bei jeder neuen Einnahme fand nach der Art der damaligen Kriegsführung auch jedes Mal eine Plünderung statt. Die Bewohner mussten ihr letztes Hab und Gut hingeben, um die maßlosen Forderungen der wilden Soldaten zu befriedigen und sich so das Leben retten. Die Häuser verbrannt, die Straßen verpestet, die Bewohner ermordet oder durch die zahlreichen Plünderungen bettelarm – in diesem beklagenswerten Zustande ging Landsberg aus den Stürmen des dreißigjährigen Krieges hervor; nur langsam erhob es sich aus Schutt und Asche, und es bedurfte viele Jahre angestrengter Arbeit, um den früheren Wohlstand seiner Bewohner herbeizuführen.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)