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§ 24. Wie Landsberg unter die Herrschaft der Hohenzollern kam.

Die Bürger Landsbergs haben im Laufe der Jahrzehnte oft ihren Landesherren gewechselt, wenn auch nicht immer freiwillig. Während die Neumark unter den Wittelsbachern und Luxemburgern noch bei der Mark Brandenburg verblieb, so folgte darauf eine Zeit, wo sie von ihr losgerissen wurde; erst unter den Hohenzollern ist sie wieder mit dem Stammlande vereinigt worden.
Landsberg huldigte dem neuen Herrn Kaiser Karl IV. 1373 zu Strausberg und erhielt dafür seine alten Privilegien bestätigt. Es nahm teil an den Segnungen, welche Karls kurze Regierung für das ganze Land zur Folge hatte. Unter seien Söhnen Sigismund, Wenzel und Johann dagegen waren die Landsberger Bürger oft gezwungen gegen Raubritter und „Stelmeiser“ zu Felde zu ziehen. Im Jahre 1402 teilte die Stadt mit der übrigen Neumark das Schicksal, infolge der Geldverlegenheit der Luxemburger, besonders des Kaisers Sigismund, an den deutschen Ritterorden verkauft zu werden. Der Rat von Landsberg huldigte dem Großmeister Konrad von Jung...., und dieser setzte einen Vogt zur Verwaltung des Landes ein, dessen eifriges Bestreben war, das Raub und Fehdewesen des neumärkischen Adels auszurotten und straffes Regiment einzuführen. Darum blühte der Wohlstand der Stadt und ihrer Bürger unter der neuen Regierung empor; aber Landsberg wurde auch in Fehden gegen das unruhige Polenreich, den Hauptfeind des Ordens hineingezogen. Gar oft waren die Übergriffe und Räubereien der polnischen Scharen von der Stadt abzuwehren. Der König von Polen forderte die südlich der Warthe gelegenen Landsberger Gebiete für sich. Der Streit um Zantoch verschärfte die Gegensätze, beide Parteien rüsteten, und der Hochmeister erklärte Polen den Krieg. Die Landsberger kämpften tapfer auf Seiten des Ordens, dessen Heer jedoch in der Schlacht bei Tanneberg 1410 besiegt wurde. Landsberg sah sich durch einen heranziehenden polnischen Heerhaufen bedroht, als es zum Waffenstillstand kam. Die Macht des Ordens war gebrochen; der Vogt verlor sein Ansehen bei den neumärkischen Städten; kaum konnte er sich der von Norden her einfallenden Pommern erwehren. Landsberg war nahe daran, mit der übrigen Neumark wieder in fremde Hände überzugehen; denn sie sollte dem Polenkönige für die noch nicht bezahlte Kriegsschuld zum Pfande gesetzt werden. Die Räubereien und Fehden des Adels nahm immer mehr zu. „Ströme und Straßen waren“, wie der Vogt in einem Schreiben erklärte, „verderbt und lagen danieder in der Neumark zu Wasser und zu Lande durch Schinder, Räuber, Mordbrenner und Nachtpocher“. So drohte Landsberg der Polenherrschaft anheimzufallen, wenn nicht andere Fürsten, nämlich die Hohenzollern, dieses gehindert hätten.
Schon im Jahre 1425 hatte Kurfürst Friedrich I. auf Grund der goldenen Bulle, welche die Unteilbarkeit der brandenburgischen Kur gewährleistete, Ansprüche auf die Neumark erhoben; er wurde jedoch durch den Einfall der Hussiten davon abgelenkt. Die Not wurde indes immer größer, die Ohnmacht des Ordens immer mehr offenbar, die Absichten der Polen immer deutlicher. Der Orden verarmte, Kriegstüchtigkeit, Zucht und Ordnung waren dahin; besonders in den Städten Königsberg und Landsberg regten sich aufrührerische Bewegungen gegen den Orden. Als es zwischen diesem und den Polen aufs neue zum Kriege kam, vermochte der Hochmeister die Neumark nicht mehr zu halten, und er knüpfte mit dem Kurfürsten Friedrich II. Verhandlungen an; 1454 wurde diesem die Neumark verpfändet, und Landsberg leistete gleich den anderen Städten dem Hohenzollern die Huldigung. Im folgenden Jahre wurde ihm die Neumark vollständig überlassen, und auch später vermochte der Ritterorden das Land nicht wieder einzulösen. So wurde Landsberg wieder eine Stadt  der brandenburgischen Mark, um für immer unter den Schwingen des kräftigen aufstrebenden Hohenzollernaars zu bleiben.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)