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§ 22. Landsberg zur Zeit der polnischen Raubzüge und des falschen Waldemar im
14. Jahrhundert

Nach dem Tode des letzten Sprossen aus dem Hause der Askanier nahm der deutsche Kaiser Ludwig durch Klugheit und Arglist die Mark für sich und seine Söhne in Anspruch. Doch wurde es ihm nicht leicht, das Land in seinem Besitz zu bringen. Des Kaisers größter Feind, der Papst, veranlasste die Feinde ringsum zum Einfall in die Mark. So drangen die Polen 1325 raubend und plündernd in die Neumark ein und bestürmten auch Landsberg. Der Rat wandte sich mit der Bitte um Hilfe an Ludwig den Älteren. Der Markgraf eilte mit seinem Heere herbei, vertrieb die Belagerer und entsetzte die Stadt, deren neue Mauern, von den Bürgern tapfer verteidigt, sich gut bewährt hatten. So blieb Landsberg vor dem schrecklichen Schicksal bewahrt, das den Bewohnern der anderen Orte durch die Raubgier und Mordlust der Polen zu teil wurde. Die Bürger schwuren Ludwig den Eid der Treue, den sie auch in Zeiten der größten Bedrängnis den Wittelsbachern gehalten haben. – Auf Anregung des Papstes wiederholten im folgenden Jahren die Polen, verstärkt durch die noch heidnischen Littauer, ihren Einfall, der an Grausamkeiten den ersten übertraf. Männer, Frauen und Kinder wurden gemordet oder als Gefangene und Sklaven weggeführt, Kirchen und Klöster entweiht und verbrannt; etwa 140 Dörfer gingen in Flammen auf. Landsberg hatte bei diesem zweiten Einfall abermals das günstige Geschick, verschont zu bleiben; denn die Räuber zogen südlich und nördlich der Stadt vorüber, ein gutes Zeugnis für die Festigkeit ihrer Mauern und die Wehrhaftigkeit ihrer Bewohner. Als es endlich 1331 zum Frieden mit Polen kam, glich das Land Landsberg wie die übrige Neumark einer Wüste. Die Äcker blieben noch Jahre lang unbebaut, die Dörfer unbewohnt. So lag das Kloster Himmelstädt zerstört da; Dechsel war noch nach 20 Jahren eine wüste Stätte; Zechow blieb lange ohne Einwohner; Zantoch war noch in den Händen der Polen. Die Straßen wurden durch Raubgesindel und wegelagernde Raubritter unsicher gemacht; alle wirtschaftlichen Zustände waren aufgehoben, alle kirchlichen Verhältnisse gelöst; den Bannfluch und Interdikt des Papstes lasteten schwer auf dem armen Lande.
Neue Kriegsgefahren zogen über Landsberg herauf, als Ludwig 1348 sein Land gegen den falschen Waldemar, der von seinem Gegner Kaiser Karl IV. unterstützt wurde, verteidigen musste. In dieser schweren Zeit standen die Bewohner von Landsberg treu zu Ludwig und öffneten seinen Feinden nicht die Tore, wie viele andere märkische Städte. Dafür wurden die Bürger vom Kaiser geächtet. Zum Dank für die erwiesene Treue durfte sich die Stadt in Zeiten der inneren Not auch der landesväterlichen Fürsorge des Markgrafen erfreuen. So erließ ihr Ludwig auf Jahre alle Abgaben, als 1345 die Stadt samt der alten Holzkirche durch eine Feuerbrunst fast vollständig vernichte wurde; er übertrug dem Rate erst den halben, später den ganzen Zoll für alle Kaufmannswaren, die auf der jetzt schiffbaren Warthe befördert wurden; auch schenkte er der Stadt die wüste Dorfstätte Dechsel, die nun wieder bebaut wurde. In welchem Ansehen Landsberg bei Ludwig gestanden haben muss, geht daraus hervor, dass es als Waldemar vom Kaiser fallen gelassen wurde, für die abgefallenen Städte bei Ludwig mit als Bürge dafür auftraten, dass ihnen der Markgraf ihre Untreue nicht entgelte lassen werde.
Das Verhältnis der Stadt zu den Bayern änderte sich auch nicht, als Ludwig beide Brüder, Ludwig der Römer und Otto, an seine Stelle traten. Nur ungern leistete der Rat dem Kaiser Karl IV. die Erbhuldigung, und als es bald zwischen ihm und Otto zum Kriege kam, finden wir die Stadt auf Seiten des letzteren.
Es war Landsberg möglich gewesen, in dieser unsicheren, kriegerischen Zeit sich einflussreich zu behaupten, sich von den inneren Nöten wieder zu erheben, seinen Besitz und seine Gerechtsame zu vermehren, den Wohlstand seiner Bewohner zu fördern und sich zum Mittelpunkt des Handels in der Neumark emporzuschwingen.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)