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§ 21. Neu- Landsberg als Stützpunkt des Deutschtums und als Bollwerk gegen Polen.

Durch die Gründung der Stadt war deutsches Wesen mitten in eine Gegend versetzt worden, die ringsum von den Wenden bewohnt war. Von der Stadt aus begannen nun die Deutschen die Umgebung zu kolonisieren und sie dem Deutschtum zu erobern. Die Dörfer des Höhenlandes zeigen noch heute überall eine gleichmäßige Anlage; es sind Kolonistendörfer aus dem 13. Jahrhundert, die entweder neu gegründet oder auf alten slawischen Wohnplätzen errichtet wurden. Für letztere wurden die slawischen Namen gewöhnlich behalten, wie es in denjenigen auf ow und itz noch zu erkennen ist, in welchen also die unauslöschlichen Spuren des wendischen Volkes erhalten geblieben sind. Diese Dörfer haben eine langgestreckte Form, in deren Mitte sich die Dorfaue mit einem Teich ausbreitet. Hier wurde gewöhnlich auch die Kirche erbaut und um diese der Kirchhof angelegt. Die Sumpfgegenden der Warthe und Netze waren den vordringenden Deutschen weniger günstig für die Anlagen von Kolonien; hier behaupteten die Wenden ihren Besitz und gingen ferner ungestört ihrer Hauptbeschäftigung, dem Fischfange, nach. Die Anlage ihrer Dörfer zeigt mehr die runde Form, die erst später durch Neuansiedlungen erweitert wurden. In den besiedelten Gebieten mussten die eingesessenen slawischen Bewohner entweder weichen oder sie blieben als Leibeigene in der Knechtschaft zurück. Nach Sach, „Deutsches Leben in der Vergangenheit“, geschah die Besiedlung in folgender Weise: „Meist kauften einer oder mehrere Unternehmer dem Markgrafen den zur Anlage eines Dorfes erforderlichen Grund und Boden gegen eine bestimmte Summe ab, um ihn dann unter die von ihnen herangezogenen Käufer zur Verteilung zu bringen. Gewöhnlich waren es 30 bis 60 Hufen, die ein markgräflicher Beamter dem Unternehmer zuzumessen und in feierlichem Umzuge um die neue Feldmark zu übergeben hatte. Im Verhältnis zu der Größe derselben erhielt er selbst mehrere Hufen frei von allen Lasten und Abgaben, um mit der Verpflichtung, in Kriegszeiten ein Lehnspferd zu stellen, und ebenso blieben mehrere Hufen für die Kirche zurück. Je nachdem das Land schon früher von Wenden bebaut gewesen oder noch urbar zu machen war, wurden den Ansiedlern auf eine größere oder geringere Anzahl von Jahren die Abgaben erlassen, damit erst die Äcker vollständig unter den Pflug genommen und Häuser, Ställe und Scheunen gebaut werden konnten, zu denen ihnen das Bauholz aus den herrschaftlichen Waldungen unentgeltlich geliefert wurde. Mit der Herstellung eines neuen Dorfes erhielt auch der Unternehmer das in seiner Familie erbliche Amt des Lehnschulzen und hatte als solcher die niedere Gerichtsbarkeit und die Einziehung der Steuern zu besorgen. Dafür wurde ihm meist das Recht verliehen, die bäuerliche Feldmark mit seinen Schafen zu beweiden, den Krug anzulegen und Mühlen aufzurichten. Die Bauerngüter erhielten in der Regel einen Umfang von 2 bis 3 Hufen und waren zu Abgaben und Diensten, meist indes nur zu einem Ackerzins, sonst noch zu Burgdiensten, Gemeindelasten, Feld und Fleischzehnten verpflichtet. Holzungs-, Hutungs- und Fischereigerechtsame mussten gegen besonderen Zins erworben werden, da Waldungen und Gewässer Eigentum des Markgrafen bildeten.
Eine besondere Bedeutung erlangte die Stadt Landsberg als Bollwerk gegen Polen. Die Markgrafen konnten sich des ruhigen Besitzes der neuerworbenen Landesteile nicht ungestört freuen, weil die kriegslustigen Polen als Nachbarn, manchmal mit den Pommern im Bunde, oft in das Land Landsberg und seine Nachbargebiete einfielen. Für Landsberg war besonders die polnische Festung Zantoch gefährlich, und oft waren die Bürger der Stadt genötigt, diese und ihr Eigentum mit dem Schwerte in der Hand zu verteidigen. Otto IV. mit dem Pfeil gelang es, Zantoch vorübergehend in seinen Besitz zu bekommen. Raubend und plündernd fielen dafür die Polen in markgräfliches Gebiet ein, und die Stadt hatte darunter zu leiden. Markgraf Otto der Lange wurde sogar von den Polen bei Soldin vollständig geschlagen; doch hielten die Landsberger immer treu zu ihrem Landsherren. Als zu Beginn des 14. Jahrhunderts der junge Polenkönig Przemislaw getötet wurde, benutzte Markgraf Waldemar die Verwirrung und besetzte die Gebiete des heutigen Kreises südlich der Warthe. Mit dem Tode Waldemars 1319 brach wie über ganz Brandenburg auch über das Land Landsberg eine unsichere Zeit an. Wartislaw V. von Pommern Wolgast maßte sich für den letzten, noch unmündigen Spross der Askanier, Heinrich den Jüngeren, die Vormundschaft über die neumärkischen Gebiete an, und so kam Landsberg von 1319 bis 1324 unter pommersche Botmäßigkeit.
Die Verwaltung der Stadt war nach dem Tode ihres Begründers unter seine 4 Söhne geteilt worden, wodurch die 4 Viertel, nämlich das Georgien-, Heilige Geist-, Gertrauden und Judenviertel entstanden, welche Einteilung sich bis ins 17. und 18. Jahrhundert erhalten hat. Nach Waldemars Tod wurde die Stadt erweitert und zur größeren Sicherheit mit einer starken Steinmauer umgeben. Die landesherrliche Burg wurde in den Stadtbezirk mit eingeschlossen.
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)