[./ihv.html]
[./ihv.html]
[../adb/alle.html]
[../stadtplan/plan_1.html]
[../fa/buchstaben.html]
[../bilder/ihv.html]
[../stradfen/ihv.html]
[../geschichte/ihv.html]
[../adb/ihv_nz.html]
[http://www.guweb.com/cgi-bin/guestbook?id=2807]
[../adb/impressum.html]
[../lk_1848/ihv.html]
[Web Creator] [LMSOFT]
§ 17 Umgebung der Stadt

Vom Wasserturm, der sich auf den östlich gelegenen Schanzen erhebt, kann man den größten Teil des Stadtgebietes überblicken. Die Umgebung des nördlichen Stadtteils bilden die Höhen des Kladowthals. Die Westgrenze dieses Tales gibt die Hochebene, welche sich zwischen der Soldiner und Heinersdorferstraße ausbreitet, sich nach Norden fortsetzt und mit ihrem Abhange den Zanziner Grund begleitet. Die östliche Begrenzungslinie bilden die Schanzen an der Bergstraße entlang, die besonders im Kosakenberge an der Kladowstraße hervorragen und sich dann an der Chaussee in den Weinbergen weiter fortpflanzen. In dieses sich nach Norden erweiternde Tal schiebt sich in südlicher Richtung von Heinersdorf her eine mittlere Hochebene  und gabelt die Tiefebene in eine größere östlich, durch welche die Kladow fließt, und in eine kleinere westliche, den Zanziner Grund. Die Kladow nimmt ihren Weg nicht in der Mitte des östlichen Tales, sondern fließt am östlichen Höhenrande entlang, während sich am mittleren zwei Wasserbecken befinden: der Heinersdorfer See und der Schützensee. Die Ton und Lehmlager des letzteren Gebietes haben die Anlagen einer Reihe von Ziegeleien veranlasst, von denen die der Stadt am nächsten gelegene, die alte Ratsziegelei, nicht mehr im Betrieb ist. Am rechten Ufer der Kladow zieht sich von der sogenannten Bleiche bis zur Fernemühlerstraße die neue Promenade entlang. Der Zanziner Grund, das Becken eines früheren, kurzen Stromlaufes von den damals dicht bewaldeten Höhen, besteht zum größten Teil aus trockenen, sandigen Boden, der den Baumwuchs nicht besonders günstig ist. Doch ist es gelungen, den Grund teils mit Bäumen und Sträuchern anzupflanzen und an der Heinersdorferstraße anmutige Anlagen um das neue Wasserwerk zu schaffen; der freie Grund dient vorn als Spielplatz. Der Abhang der westlichen Hochebene ist mit Kiefern bestanden und dient unter dem Namen „Zanziner Wäldchen“ für die Erholung suchenden Bewohner der Stadt als beliebter Aufenthaltsort. Hinter dem neuen Schützenhause bieten die nur teilweise bewaldeten Abhänge des sich immer mehr verengenden Grundes einen wenig angenehmen Anblick; die große Dürre der sandigen Strecken lässt den Pflanzenwuchs nur schwer aufkommen.
Das städtische Wasserwerk.
Es ist in den Jahren 1895 und 1896 erbaut und beweist, dass der Grund in seinen Tiefen den belebenden Quell bringt; denn 20 schmiedeeiserne, verzinkte Rohrbrunnen führen 20 bis 30 Meter tief hinab bis auf die Erdschicht, welche das 5 Meter unter der Oberfläche liegende Grundwasser nicht mehr hindurchlässt. Die Rohrbrunnen schöpfen hebeartig ihren Inhalt in einen gemeinschaftlichen Sammelbrunnen von 4 Meter Durchmesser; er befindet sich vor dem Maschinenhause, dem vorderen Gebäude, das mit dem Wappen (Das Wappen stellt einen Adler dar, der in seinen Klauen zwei Kleeblätter hält. Letztere deuten wohl auf die grünen futterreichen Warthewiesen hin, die für den Wohlstand der Bewohner in alter Zeit von hoher Bedeutung waren. Vielleicht könnte dabei auch an die drei Haupttugenden eines Staatsbürgers gedacht werden: Fürstentreue, Heldentum, Vaterlandsliebe.) der Stadt geschmückt ist. Hier sind zwei Dampfmaschinen aufgestellt, welche die Saugpumpen und die doppelt wirkenden Druckpumpen bewegen. Erstere schöpfen das Wasser aus dem Sammelbrunnen und befördern es in das Haus im Hintergrunde mit der Filteranlage. Da das Wasser sehr eisenhaltig ist, so wird es hier in den vier Filterkammern, welche 194 Stück Wormser Filterplatten enthalten, gereinigt und genießbar gemacht. Die Filterplatten bestehen aus Zement und Quarzsand und behalten die dem Wasser beigemengten Bestandteile zurück. Das filtrierte Wasser sammelt sich im Reinwasserbassin und wird durch die Druckpumpen in die Röhren der Stadt getrieben. Mit dem Straßenrohrnetz steht der auf den Schanzen gelegene Hochbehälter in Verbindung, um eine größere Menge Wasser zu halten und durch den Druck eine gleichmäßige Wasserzufuhr in die Röhren zu erzielen. Er besteht aus zwei Glocken in Halbkugelform mit 1000 Kubikmeter Inhalt, die aus Eisendraht und Zementmörtel hergestellt sind. Darüber erhebt sich ein Aussichtsturm, welcher eine weite Fernsicht gestattet und an dessen Fuße sich der neu angelegte Quilitzpark bis zur Bergstraße hin ausbreitet.
In der östlichen Umgebung der Stadt befindet sich der neue Kirchhof, auf der Hochebene zwischen der Friedeberger Chaussee und dem Wormsfelder Weg gelegen. Er wurde 1831 angelegt, als der Friedhof in der Mühlenvorstadt nicht mehr benutzt wurde. In noch weiterer Entfernung breiten sich links von der Chaussee die zahlreichen Gebäude der Provinzial Landesirrenanstalt aus, worin Geisteskranke aus der Provinz Aufnahme und Pflege finden. Im Süden der Stadt liegt die Kuhburg. Hier stand der alte Mönchehof, der ehemals zum Kloster Paradies gehörte und an die Stadt verkauft wurde, die ihn befestigen ließ. Aus hoher Warte schaute der Wächter aus und blies ins Horn, wenn räuberische Feinde nahten, damit die vor der Stadt auf den Wiesen weidenden Herden in Sicherheit gebracht werden konnten. Der nach Westen am weitesten vorgeschobene Stadtteil ist die Friedrichsstadt, 1772 auf Befehl Friedrichs des Großen erbaut und mit fremden Kolonisten bevölkert. Hier im Westen liegen die Gasanstalt und die zweitgrößte Maschinenbauanstalt der Stadt; an der äußeren Grenze befinden sich ein Eisenhüttenwerk, eine große Holzschneidemühle und eine Stärkefabrik, letztere schon auf Wepritzer Gebiet. Nordwestlich der Stadt führt die Soldinerstraße am städtischen Schlachthaus und Viehmarkt vorüber auf den Galgenberg. Hier stand einst das schaurige Wahrzeichen selbständiger Gerichtsbarkeit, der Galgen. Die letzte öffentliche Hinrichtung eines Mörders fand auf dem Galgenberge 1850 statt. Hinter dem Berg liegt auf der Hochebene der große Exerzierplatz, an dessen südlichem Abhange in einer Schlucht der Judenfriedhof angelegt ist. Die im byzantinischen Stil erbaute Synagoge befindet sich in der Baderstraßen und trägt die Inschrift aus Jesaias, Kap.56, 7.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)