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§ 8 Das Gerichtsgebäude

Am östlichen Ende der Richtstraße steht das Gerichtsgebäude. Es ist in den Jahren 1847 und 1848 im Rundbogenstil erbaut und trägt an seiner kurzen Eckfront, die dem Paradeplatz zugekehrt ist, auf vier kleinen Tafeln die Inschrift: Freiheit, Ordnung, Recht, Gesetz. An seiner Stelle stand in mittelalterlicher Zeit das Schießhaus, später die Garnisonskirche. Diese diente 1813 als Lazarett und wurde nach diesem Gebrauch nicht mehr zu gottesdienstlichen Zwecken benutzt, sondern sie beherbergte eine Reihe von Jahren das Stadttheater. Der vordere Teil des Gerichtsgebäudes enthält das Königliche Landgericht, der andere, welcher sich an der Neustadt entlang erstreckt, das Königliche Amtsgericht.
Den streitenden Parteien ist es gestattet, ihre Sache vor dem Amtsgericht selbst wahrzunehmen, während sie bei den höheren Gerichten gezwungen sind, ihren Prozess durch einen Rechtsanwalt führen zu lassen. Wer meint, dass ihm am Amts- und Schöffengericht nicht recht geschehen sei, kann seine Sache vor das Landgericht bringen. Um den kostspieligen Klagen vorzubeugen, hat man Schiedsgerichte bestellt. Der Schiedsmann sucht die streitenden Parteien zu versöhnen; gelingt das nicht, so kann die Klage beim Gericht erhoben werden. Der Amtsrichter setzt den Termin (Zeitpunkt) fest, an dem die Klagesache zur Verhandlung kommt. Kläger, Angeklagte und Zeugen haben zum Termin pünktlich zu erscheinen.
Das Landgericht ist ein Gericht erster und zweiter Instanz und entscheidet in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten (Zivilkammer) und in Strafsachen (Strafkammer). Vor die Zivilkammer gehören in erster Instanz alle bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, deren Gegenstand den Wert von 300 Mark übersteigt. Die Strafkammer urteilt in erster Instanz über leichtere Verbrechen, wie Diebstahl, Hehlerei, Betrug, welche nicht dem Schöffengericht überwiesen werden. Die schwereren Verbrechen werden dagegen vom Schwurgericht abgeurteilt, das zeitweilig zusammentritt und aus 3 Richtern und 12 Geschworenen besteht; letztere werden unter den Einwohnern des Landgerichtsbezirks ausgewählt. Als Gericht zweiter Instanz urteilt das Landgericht über die Entscheidungen der Amts- und Schöffengerichte. Höhere Gerichte sind das Oberlandsgericht in Berlin und das Reichsgericht in Leipzig.
Neben jedem Landgericht besteht die Staatsanwaltschaft, deren Hauptaufgabe die Verfolgung strafbarer Handlungen und die Vollstreckung der Strafurteile ist. Der Staatsanwalt hat bei Verbrechen die Täter zu ermitteln, sie vor Gericht zu stellen und die Anklage zu erheben.
Zum Landgericht Landsberg a.W. gehören die 15 Amtsgerichte zu Arnswalde, Bärwalde, Berlinchen, Driesen, Friedeberg, Königsberg, Küstrin, Landsberg, Lippehne, Neudamm, Neuwedel, Reetz, Soldin, Woldenberg und Zehden.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)