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Wegweiser durch die Stadt

Auskunft
Hauptbahnhof: Bahndienstliche Auskunft über Zugverbindungen und Fahrpreise am Auskunftsschalter in der Bahnhofshalle. (Fernruf 2)
Arbeitsnachweis: Bollwerk 15. (Fernruf 512)
Einwohner Meldeamt: Richtstraße 4, Zimmer 76. (Fernruf 860 – 869)
Fundbüro: Richtstraße 4, Zimmer 77. (Fernruf  860 – 869)
Städtisches Wohnungsamt: Richtstraße 1, Zimmer 56 – 58.  (Fernruf  860 – 869)

Verkehrseinrichtungen
Eisenbahn: Hauptbahnhof. (Fernruf 899). Von den hochgelegenen Hauptbahnsteigen Züge in der Richtung nach Westen über Cüstrin nach Berlin; nach Osten über Kreuz – Schneidemühl – Bromberg – Thorn und Kreuz – Schneidemühl – Dirschau – Königsberg – Eydtkuhnen. Von den Warthebahnsteigen (durch den Tunnel): Züge in der Richtung nach Süden über Bahnhof Brückenvorstadt nach Schwerin/ Warthe – Meseritz – Neu Bentschen und über Bahnhof Brückenvorstadt nach Zielenzig, nach Norden über Wepritz nach Soldin – Stargard – Stettin.
Bahnhof Brückenvorstadt südlich der Warthe: Züge in der Richtung nach Schwerin, Zielenzig und dem Hauptbahnhofe.
Elektrische Straßenbahn: Büro Upstallstraße 11. (Fernruf 82) Einheitstarif 15 Pfg., mit Umsteigeberechtigung am Markt. Drei Linien
Linie: Bahnhof – Cüstriner Straße – Mühlenplatz – Markt – Paradeplatz – Lindenplatz – Zechower Straße – Hopfenbruch
Linie: Friedrichstadt – Städtisches Gaswerk – Cüstriner Straße – Stadtpark – Mühlenplatz – Markt – Paradeplatz – Lindenplatz.
Linie: Kanalbrücke – Dammstraße – Warthebrücke – Markt – Hindenburgstraße – Moltkesplatz – Musterplatz – Kaserne bzw. Zanziner.

Post
Hauptpostamt (Fernruf 1004), Wollstraße 32/34. Öffentliche Fernsprechstelle und Telegraphen – Betriebsstelle im selben Gebäude. Telegraphen – Bauamt (Fernruf 1030), Meydamstraße 32

Gepäckträger: Stand im Bahnhofsgebäude.
Dienstmänner: Stand vor dem Bahnhofsgebäude.
Kraftdroschken mit Fahrpreisanzeiger: Standorte auf dem Bahnhofsplatz vor dem Hauptbahnhof, in der Cüstriner Straße vor dem Hospital, am Markt vor der Marienkirche und am Moltkeplatz .
Güterverkehr: Güterabfertigung des Hauptbahnhofes hat Zugang von der Gerberstraße, Güterabfertigung des Bahnhofs Brückenvorstadt im Bahnhofsgebäude. (Fernruf 574)
Zollabfertigung: Hauptzollamt, Bergstraße 11. (Fernruf 764)
Bahnspediteure und Spediteure:                            Vergl. Wirtschaftsteil
Banken, Geld- und Kreditverkehr:               Vergl. Wirtschaftsteil
Garagen, Reparaturwerkstätten, Tankstellen:       Vergl. Wirtschaftsteil

Behörden
Städtische Behörden: (Fernruf 860 – 869)
Allgemeine Verwaltung: Stadthaus, Schloßstraße 16.
Arbeitsnachweis, Erwerbslosenfürsorge, Bollwerk 15.
Bauamt, Richtstraße 2.
Stadtkreisgeschäftsstelle der Feuersozietät der Provinz Brandenburg, Richtstraße 2.
Einwohnermeldeamt, Richtstraße 4.
Gewerbe- und Kaufmannsgericht, Richtstraße 1.
Mieteinigungs- und Wohnungsamt, Richtstraße 1.
Polizei, Richtstraße 4.
Schulverwaltung, Richtstraße 2.
Stadtausschuß, Richtstraße 2.
Stadtgirokasse, Schloßstraße 14/15.
Stadthauptkasse, Schloßstraße 16.
Städtisches Gaswerk, Cüstriner Straße 62.
Städtisches Kanalwerk (Verwaltung), Cüstriner Straße 62.
Städtisches Krankenanstalt, Uferstraße (Fernruf 535, 1155)
Städtischer Schlachthof, Soldiner Straße 102.
Städtische Sparkasse, Schloßstraße 14/15.
Städtisches Wasserwerk (Verwaltung), Cüstriner Straße 62.
Standesamt und Stadtküsterei, Schloßstraße 14.
Steuerverwaltung, Schloßstraße 15.
Städtisches Wohlfahrts- und Jugendamt, Richtstraße 2.
Staatliche und sonstige Behörden:
Amtsgericht, Neustadt 2/4.
Brandenburgische Landesanstalt, Friedeberger Chaussee.
Deichamt des Warthebruches, Kladowstaße 4.
Deichamt des Ober- und Nieder – Netzebruches, Friedeberger Straße 7.
Deutsche Reichsbahn (Direktion Osten, Frankfurt/ Oder):
Maschinenamt Landsberg/ Warthe, Bahnhofstraße 12.
Hauptbahnhof, Eisenbahnbetriebswerk, Gepäck- und Güterabfertigung,
Bahnmeisterei I und II, Bahnhof Brückenvorstadt.
Eichamt, Richtstraße 4.
Finanzamt, Meydamstraße 32.
Gewerbeinspektion, Steinstraße 6.
Hauptzollamt, Bergstraße 11.
Hochbauamt, Steinstraße 31
Katasteramt, Lugestraße 5
Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Scholz, Bergstraße 15.
Kreistierarzt, Veterinärarzt Dr. Kurtzwig, Wollstraße 59.
Kreiskasse, Zechower Straße 40.
Kreisverwaltung, Friedeberger Straße 18 und 15a,
mit Kreisausschuß, Kreisbauamt.
Kulturbauamt, Theaterstraße 17.
Landgericht, Richtstraße 72/73.
Landratsamt, Friedeberger Straße 16.
Reichsbankstelle, Friedeberger Straße 22.
Schulamt Landsberg/ Warthe – West, Hohenzollernstraße 33
Schulamt, Landsberg/ Warthe – Ost, Neustadt 26.
Staatsanwaltschaft, Richtstraße 72/73.
Strafanstalt, Neustadt 1.
Evangelische Superintendentur, Bergstraße 5
(Kreissynode, Kreissynodalvorstand)
Tierzuchtinspektion, Fernemühlenstraße 26.
Versorgungsamt Landsberg/ Warthe, Neustadt 12.
Wasserbauamt, Friedeberger Straße 7.

Bildung und Schulwesen
Höhere und mittlere Schulen:
Staatliches Gymnasium, Schloßstraße 1/3
Real- und Oberrealschule, Schloßstraße 1/3
Schulgeld vierteljährlich 50 Reichsmark.
Realgymnasiale Studienanstalt, Böhmstraße 29.
Städtisches Lyzeum und Oberlyzeum, Böhmstraße 29.
Schulgeld jährlich 200 Reichsmark.
Knaben – Mittelschule, (anerkannte neunstufige), Zechower Straße 18/24
Schulgeld jährlich 100 Reichsmark.
Auswärtige jährlich 240 Reichsmark.
Mädchen – Mittelschule, Theaterstraße 8 und Schulstraße 5.
(anerkannte 12 Klassen)
Schulgeld monatlich 8,50 Reichsmark; für Auswärtige 12 Reichsmark.
Volksschulen:
Knaben – Volksschule 1, Neustadt 13 und Schulstraße 5.
Knaben – Volksschule 2, Angerstraße 22/23.
Knaben – Volksschule 3, Pestalozzistraße 3.
Mädchen – Volksschule 1, Moltkestraße 13.
Mädchen – Volksschule 2, Propstei 12.
Mädchen – Volksschule 3, Heinersdorfer Straße 4.
Katholische Schule, Zechower Straße 45 und Schulstraße 5.
Hilfsschule, (siebenklassig), Friedeberger Starße 23.
Schule Bürgerwiesen (gemischte Volksschule).
Berufsschulen:
Gewerbliche Berufsschule (26 wissenschaftliche Klassen,
27 Zeichenklassen), Neustadt 13, Schulstraße, Zechower Straße, Theaterstraße.
Kaufmännische Handelsschule (16 Klassen), Zechower Straße 18/24.
Landwirtschaftliche Schule, Friedeberger Straße 17.
Höhere Lehranstalt für Praktische Landwirte (Seminar),
Theaterstraße 25, Vierteljährlicher Lehrbeitrag 45 Reichsmark.
Privatschulen:
Jüdische Religionsschule im Gemeindegebäude neben der Synagoge.
Bibliotheken:
Volksbibliothek und Lesehalle, Moltkestraße 22/24
Bestand rund 13 000 Bände, zwei Lesesäle, davon einer für Kinder
Magistratsbücherei, Stadthaus, Schloßstraße 16, Zimmer 48/ 49.
Bestand rund 10 000 Bände.
Städtisches Museum, Moltkestraße 13, Geöffnet jeden ersten Sonntag
Im Monat von 11 bis 13 Uhr.
Gesundheits- und Wohlfahrtswesen.
Krankenhäuser:
Städtische Krankenanstalten, Uferstraße.
Leitung: Chirurgische Abteilung Sanitätsrat Dr. Delkeskamp,
Innerer Abteilung Dr. Rieke.
Die Überführung Erkrankter erfolgt durch Krankenautomobile.
Privatkliniken:
Dr. Arndt’s Frauenklinik, Meydamstraße 42.
Dr. Ascher’s Klinik für Nasen-, Hals- und Ohrenleiden,
Bismarckstraße 25.
Dr. von Kloth’s Privatklinik, Cüstriner Straße 4.
Dr. Stiller’s Augenklinik, Winzerweg.
Kreisarzt: Dr. Scholz, Bergstraße 15a.
Badeanstalt: Städtische Fluß- Badeanstalt für Männer, Bollwerk 16;
Badeanstalt: Städtische Fluß- Badeanstalt für Frauen, Wall 27.
Seebadeanstalt des Schwimm- und Eissportvereins am Heinersdorfer See.
Warmbadeanstalt Forstner (Medizinische Bäder in den Städtischen Krankenanstalten.
Luft- und Sonnenbad, Soldiner Straße 12.
Wohlfarhrtsanstalten:
Armenheim, Mittelstraße 4d,
Hospital, Cüstriner Straße 99;
Boas – Groß’sches Siechenhaus, Heinersdorfer Straße 22/23;
Waisenhaus, Zechower Straße 34/36.
Bahr’sches Kinderheim, Buhnenstraße;
Mutterhaus vom Roten Kreuz Bethesda mit Städtischen Kinderheim,
Friedeberger Straße;
Diakonissenstation; Bergstraße 13;
Graue Schwestern (katholisch), Zechower Straße.
Kinderhorte: Moltekestraße 13 und Angerstraße 22/23.
Kleinkinderbewahranstalten: Kladowstraße 2, Angerstraße 21 und Fischerstraße 1.
Fröbel’scher Kindergarten: Blücherstraße 5.
Heim für Jugendliche: Volkswohlfahrtshaus, Moltkestraße 22/23.
Allgemeine Orts – Krankenkasse, Theaterstraße 29.
Licht und Wasser: Städtisches Gaswerk, Cüstriner Straße 62,
Elektrizitätswerk und Straßenbahn AG., Upstallstraße 4,
Städtisches Wasserwerk, Heinersdorfer Straße 47.
Städtischer Schlachthof: Soldiner Straße 102. Nebeb dem schlachthof Viehmarkt (Donnerstag nach dem 15. Jeden Monats)

Sportplätze
Musterplatz an der Meydamstraße für Fußballsport;
Polizeisportplatz am Klosepark;
Sportplatz im Zanziner;
Stadion an der Soldiner Chaussee. Außerdem private Sportplätze: Private Tennisplätze im Zanziner. Eisbahn im Sportpark. Rodelbahn im Schönflie Park.

Kirchen und Kirchhöfe
Pfarrkirche St. Marien am Markt (evangelisch),Gottesdienst 9 ½ und 18 Uhr. Konkordienkirche , in der Friedeberger Straße (evangelisch), Gottesdienst 8 und 9 ½ Uhr, im Winter 9 ½ und 18 Uhr. Katholische Kirche, in der Zechower Straße, Frühmesse 7, Predigt und Hochamt  9 ¼, heiliger Segen 15 Uhr. Heilige Messen wochentäglich 6, 6 ½, 7 (im Winter 7, 7 ½, 8 Uhr). St. Josephskapelle in der Schützenstraße (katholisch). Synagoge, in der Baderstraße, Hauptgottesdienst: Sonnabends 9 Uhr. Außerdem zahlreiche Betsäle.
Evangelischer Kirchhof, an der Friedeberger Chaussee. Katholischer Kirchhof, an der Zechower Straße. Evangelischer und jüdischer Kirchhof, in der Friedrichstadt

Kunst und Wissenschaft
Stadttheater, Theaterstraße 7b.
Spielzeit September bis Mai.
Städtisches Museum: Moltkestraße 13.
Geöffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 13 Uhr.
Private Goethe – Schiller – Sammlung Ogoleit, Richtstraße 8.
Besichtigung nur auf besonderer Erlaubnis des Besitzers gestattet.

Vergnügungen
Kammer – Lichtspiele, Friedeberger Straße 27/28.
Kyffhäuser – Lichtspiele, Hindenburgstraße 1.
Union – Theater, Cüstriner Straße 31.
Kabarett Kyffhäuser, Hindenburgstraße 1.

Märkte
Wochenmärkte: Dienstag, Donnerstag, Sonnabend.
Jahrmärkte: Juli, Oktober.
Viehmärkte: Donnerstag nach dem 15. Jeden Monats neben dem städtischen Schlachthofe. Schweine und Ferkelmärkte Donnerstags jeder Woche.

Stadtpark
Vom Bahnhof aus folgt man der Bahnhofstraße bis zur Cüstriner Straße, biegt in sie nach Osten (rechts) ein und gelangt nach wenigen Schritten zum Stadtpark (links, an der Kladow). Hier hat die Kunst des Gärtners im Herzen der Stadt aus einer Sumpflandschaft ein Parkbild geschaffen, dessen Liebreiz auch den Vielgereisten in seinen Bann zwingt. Zahlreiche Enten verschiedenster Arten, Schwäne und Haubentaucher bevölkern die ausgedehnten Wasserflächen des Parks. Um sie windet die reiche Fülle der Blumen und Sträucher einen herrlichen Blütenkranz. Im Rosengarten spenden viele Tausende von Rosen aller Art dem Gaste süßen Duft. An der Ostseite des Parks liegt die Eislaufwiese, auf der im Winter ein frohes Getummel herrscht.
Pfarrkirche St. Marien.
Die Pfarrkirche St. Marien am Markt ist ein beachtenswerter frühmittelalterlicher massiger Backsteinbau. Ihre Entstehungszeit ist nach Königk* in den Ausgang des 13. Jahrhunderts, also in die Zeit des romanischen Stils zu setzen. Der alte Kern der Kirche besteht aus dem Langhause, dem auch Verteidigungszwecken dienenden Turm und dem Unterbau der nördlichen Sakristei. Der Chor ist erst um 1500 angebaut worden. Das Langhaus ist dreischiffig und gewölbt; sein Mittelschiff überhöht. Wie Königk nachzuweisen sucht, verbergen sich unter der Hülle der jetzigen Hallenkirche die Reste einer romanischen Basilika (beachte u.a. den Rundbogenfries der Ostseite der Sakristei und das gebundene System des basilikalen Grundrisses). Zu Beginn des 14. Jahrhunderts dürften die romanische Basilika in eine Hallenkirche umgebaut worden sein. (Beachte die beiden hohen schlanken Fenster mit schönem Maßwerk an den östlichen Abschlußwänden der Seitenschiffe). Die Nordwand des Langhauses weist einen Spitzbogenfries auf, der sich an den alten Rundbogenfries zwar leise anlehnt, aber durch Linienornamente und stilisiertes Rankwerk bereichert ist. Der um die Wende des 15. Jahrhunderts angebaute Chor zeigt außen einen zierlichen Maßwerkfries und innen ein sterngewölbe. Von den mit Ölfarbe angestrichenen Sandsteingrabplatten, die einst davon kündeten, daß hierunter hervorragende Bürger der Stadt und Geistliche zur letzten Ruhe gebettet seien, sind nur drei auf die Gegenwart gekommen und schmücken heute die Innenwände der Kirche. (Beachte auch die vier unterhalb des östlichen Chorfensters eingemauerten Ziegelstein mit der Jahreszahl 1489). Massig und schwer erhebt sich am Westende des Langhauses der wuchtige, etwas vorspringende Turm. Das Mauerwerk des Untergeschosses weist die beachtliche Stärke von 3 ½ Metern auf. Der Turm hat 1621 einen Kuppelaufbau erhalten, der trotz seines andersartigen Charakters mit dem Unterbau zu einem einheitlichen Ganzen vereinigt ist. In der Laterne hängen zwei Uhrglocken, von denen die eine eine Ave – Maria – Viertelstunden – Glocke aus dem Jahre 1498 ist. Das heutige Geläut (von 1922) besteht aus vier auf das Parsival – Motiv C-Es-F-As abgestimmten Stahlgußglocken. Die Turmhalle weist zwei etwas unbeholfene Kreuz- und ein Sterngewölbe, der gotische Unterbau der Sakristei zwei mit Tierfiguren geschmückte Gewölbe – Schlußsteine auf. Das Kirchendach zeigt die steile deutsche Form. Der Dachstuhl ist geradezu ein Musterbeispiel mittelalterlicher Technik, die die kiefernen Hölzer mit dem Beil behaut. Im Innern zeigt die Kirche ein Kreuzgewölbe der romanisch – gotischen übergangszeit. Die heutige Innenausstattung stammt aus dem 19. Jahrhundert (Umbau 1821 begonnen). Emporenbrüstungen, Kanzel und Orgel  sind schmucklos und weiß lackiert. So ist denn das ganze Innerer der Kirche heute in hellem Weiß gehalten. Überall verdeckt zwar Putz und Tünche die alten Formen und Farben, doch ist die Gesamtwirkung des Baues erhalten geblieben. Auch der alte Flügelaltar mit seinen geschnitzten Heiligenbildern und Malereien auf der Rückseite hat 1845 einem großen Altargemälde des bekannten Berliner Malers Carl Begas „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ weichen müssen; er steht heute im Städtischen Museum. Nur von der auf einem Balken des Triumphbogens einst aufgestellten Kreuzigungsgruppe befinden sich in der Turmhalle die Figuren des Gekreuzigten und der Maria (Großplastiken der sächsischen Schule), während die Johannes – Figur in der evangelischen Friedhofskapelle steht. In der Sakristei befindet sich eine Johannes – Schüssel. In der Kirche wercden auf Holz gemalte Bildnisse Luthers und Melanchtons und Gemälde anderer Geistlicher aufbewahrt. Schließlich erwähnen wir das in der Turmhalle aufgehängte Hirschgeweih, dessen Bedeutung aus zwei neben der Tür befindlichen Inschriften zu ersehen ist, und die Rundmarken und Wetzstreifen an den Außenwänden.

*) Königk: Die Pfarrkirche St. Marien in Landsberg/ Warthe, eine baugeschichtliche Studie in „Die Neumark, Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Neumark“, Neue Folge, Heft 2, 1925.

Pauckschbrunnen.
Der Pauckschbrunnen östlich der Kirche nimmt die Stelle des 1850/51 abgerissenen gotischen Rathauses ein und bildet, umsäumt von prachtvollen Kastanienbäumen, eine Zierde des Marktplatzes. Der Brunnen, ein Erzguß des Bildhauers von Uechtritz, zeigt eine auf Sandsteinsockel stehende Wasserträgerin, zu deren Füßen Putten mit Hammer und Rad, mit Angel, Netz und Schiff spielen. Damit weist der Künstler auf die wichtigsten Erwerbszweige der Stadtbevölkerung hin.

Rathaus
Das Rathaus liegt Ecke Richt- und Grabenmühlenstraße. Die städtische Verwaltung entbehrt noch eines alle Dienststellen vereinigenden einheitlichen Gebäudes. Das kleine unscheinbare Gebäude Richtstraße 4 war seit 1749 Sitz der Kommandantur. Biegen wir von der Richtstraße her in die Grabenmühlenstraße ein, so stoßen wir rechts auf einen Erweiterungsbau, das neue Stadthaus. Das Bauwerk ist in den schlichten Formen der Zopfzeit gehalten. Die Architekturteile, zumal Säulen, Gebälk und Portale sind steinmetztechnisch in Muschelkalkimitation ausgebildet. Das Innere zeigt eine reiche Bemalung. Die Flurfenster und die Fenster des Stadtverordneten – Sitzungssaales weisen Glasmalereien, die Buntfenster der Bürgermeister – Dienstzimmer Darstellungen aus der Geschichte der Stadt auf. Auf dem Hofe befindet sich der Hexenbrunnen.

Gymnasium und Oberrealschule
Gymnasium und Oberrealschule gegenüber dem Rathaus sind 1859 in romanischem Stile erbaut. Daneben liegt das Wohnhaus des großen Theologen Friedrich Schleiermachers. (1794 – 1796)

Kriegerdenkmal
Das Kriegerdenkmal, eine Germania, für die im Kriege 1870/71 Gefallenen steht auf dem Paradeplatze und ist vom Bildhauer Spieß modelliert.

Land- und Amtsgericht
Land- und Amtsgericht an der Ecke Richtstraße und Neustadt in romanischem Stile.

Katholische Kirche
Die Katholische Kirche befindet sich in der Fortsetzung der Richtstraße nach Osten, in der Zechower Straße. Sie ist 1908 vom Baumeister Nonn im romanischen Stile errichtet worden.

Städtische Krankenanstalten
Die städtischen Krankenanstalten liegen in der Uferstraße. Der interessante Versuchsgarten der Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten ihnen gegenüber.

Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten
Biegt man von der Uferstraße  nach Westen (rechts) ab, in die Theaterstraße ein, so fällt der Blick auf den ausgedehnten Häuserblock der Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten (vgl. Seite 68f) und einige Schritte weiter auf das Stadttheater.

Stadttheater
Das Stadttheater, ein äußerlich schlichter, innen aber ein Schmuckkästchen anmutendes Bauwerk mit reicher Innenbemalung.

Konkordienkirche
Die Konkordienkirche erreichen wir, wenn wir vom Paradeplatz nach Nordosten der ansteigenden Friedeberger Straße folgen (rechts). Sie ist 1768 nach dem Brande des östlichen Stadtteils in Kreuzform erbaut, innen reich bemalt und von Grünanlagen, dem früheren Friedhofe, umgeben. Daneben steht in einem tempelartigen Bau die Bronzebüste Schleiermachers, von Hopfgarten modelliert.

Folgen wir der Friedeberger Straße weiter, so erblicken wir rechts die Reichsbank, das Landratsamt, die Landwirtschaftliche Schule, links den Quilitzpark, eine zumal durch den Wechsel von Berg und Tal reizvolle Anlage, von deren Schanze man einen schönen Blick auf Stadt-, Warthe- und Kladowtal hat, das Mutterhaus vom Roten Kreuz Bethesda und noch weiter draußen den Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde mit wundervollem altem Baumbestande und einer großen Zahl beachtenswerter Grabdenkmäler, von denen wir das des Dichters Dr. Woldemar Nürnberger (Solitaire), der Familie Justizrat Hembd (vom Bildhauer C. von Uechtritz), der Familie Justizrat Corsepius, der Familie Kommerzienrat Paucksch und Justizrat Binting hervorheben. Um die neue Friedhofskapelle, die im Stile des Barock ausgeführt ist, und an deren Wänden die Namen der im Weltkriege Gefallenen angebracht sind, ist neuestens ein Parkfriedhof angelegt worden. Noch weiter nach Osten liegen die Brandenburgischen Landes – Anstalten und das Versuchsgut Oldenburg, sowie die Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten und. Wandern wir die Friedeberger Chaussee zurück und biegen wir nach Norden (rechts) ab, so gelangen wir (links) zum Schönflies – Park, dem größten Park der Stadt, der Bereits zu einer herrlichen Anlage herangewachsen ist. In ihm befindet sich eine Rodelbahn und Rodelhütte. Durchwandern wir ihn nach Westen, so gelangen wir über die Kladow Chaussee hinweg zum Klosepark an der Kladow und weiterhin über die Hohenzollernstraße hinweg (beachte rechts die Villenkolonie Kladowtal) und die Hardenbergstraße entlang zum Zanziner, der dem vom Westen her ins weite Kladowtal einmündenden Trockentale folgt. Hinter dem Schützenhause steigen wir nach Süden die Höhe hinauf, und wandern die Brahtzallee entlang bis zur  Soldiner Chaussee, an deren linker Seite das Stadion erbaut wird. Schreiten wir nunmehr nach Südosten  zurück zur Stadt, so fällt uns links im Tale eine Siedlung auf. Dahinter liegt das große Siedlungsgelände, das bereits aufgeschlossen ist, aber noch der weiteren  Bebauung harrt. Von den Höhen schweift der Blick weithin über das grüne Warthetal. Nun steigen wir wieder hinab und gelangen über den alten Friedhof (gute alte Grabdenkmäler!) nach der Heinersdorfer und Bismarckstraße, deren Grünanlagen anmutige Bilder bieten. Biegen wir rechts in die Moltkestraße ein, so gelangen wir zum Volkswohlfahrtshause, einem mustergültigen Versammlungshause aller Sport- und Jugendvereine. Einige Schritte weiter südlich erblicken wir die letzten Reste der alten Stadtmauer.

Kietz und Friedrichstadt
Kietz und Friedrichstadt bilden die westliche Vorstadt. Letztere ist von Friedrich dem Großen 1771 als Weberkolonie gegründet worden. Als Schöpfung dieser Zeit lassen sich noch heute die einstöckigen Häuschen mit den dahinter liegenden Hausgärten unschwer erkennen. Hier im Westen der Stadt befindet sich in der Cüstriner Straße das Städtische Gaswerk (Jahreserzeugung: 3 107 670 Kubikmeter Gas).

Im alten Stadtkern liegt östlich des Marktes an der Baderstraße die Synagoge (1853/54 an Stelle einer älteren erbaut). In der Luisenstraße erinnert noch manches Giebelhaus an die „gute, alte Zeit“. Zumal das „Judenhaus“ (Nr. 12) ist beachtenswert. Auf das reich mit Holzverzierungen versehene altertümliche Fachwerkhäuschen Wollstraße Nr. 38 weisen wir gleichfalls hin.

Nach Süden gelangen wir durch die Brückenstraße zur neuen monumentalen straßenbrücke über die Warthe. Auf vier Strompfeilern und zwei Widerlagern wölbt sich der nach dem System der Gerber – Balken durchgebildete Oberbau und verbindet in flüssiger Linie beide Wartheufer. Unterbau und Uferbauten sind mit Eisenschmelzklinkern verblendet. Der Oberbau ist aus Eisenbeton ausgeführt und steinmetztechnisch bearbeitet. Über den Strompfeillern befinden sich acht Kanzel, die mit ihrem bildhauerischen schmuck die Landwirtschaft, Schifffahrt, Handel und Industrie versinnbildlichen.  Der Mittelbogen trägt auf beiden Seiten das Landsberger Wappen. In den Kanzeln sind Sitzbänke und Beleuchtungsträger angeordnet. Von hier aus schweift der Blick stromauf über die hohen Bögen der Eisenbahnbrücke der Landsberg – Meseritzer Bahn zu den Wepritzer Höhen. Fesselnd ist ein Blick auf den regen Flußverkehr, mögen lange reihen von Flößern den Strom hin abfahren, mögen Schleppdampfer mit einer großen Zahl angehängter Kähne sich mühsam ihren Weg zu Berg erkämpfen, oder mögen gar im Winter gewaltige Eisschollen hinabtreiben und an den Pfeillern der Brücke krachend bersten. Südlich der Brücke steht in einer Grünanlage die Büste des Kommerzienrats Paucksch, des Gründers der großen Maschinenfabrik Paucksch.
Dem Rundungswall längs der Warthe folgend, gelangen wir nach Osten hin zum Winterhafen, in dem Dampfer, Arbeitskähne und Bagger der Strombauverwaltung vor Anker gehen, und zum Brenkenhofkanal mit seiner neuen massiven Straßenbrücke, nach Westen zur Jutespinnerei und Weberei, Plan- und Sackfabrik Max Bahr AG., dem größten Industrieunternehmen der Stadt. Von den zahlreichen sonstigen Industrieunternehmen dieses Stadtteils erwähnen wir nur die Netzfabrik und die Kabelfabrik, Mechanische Draht- und Hanfseilerei von G. Schroeder. Auch hier im Industrie – Stadtteile Landsbergs ist durch Grünanlagen für eine Belebung des Stadtbildes gesorgt.

  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)