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Landsberg a.W. als Geburts- und Wirkungsstätte berühmter Männer

Ein festes Band schlingt die Geschichte des Deutschtums um den Osten des Reiches. Tausend Fäden verknüpfen auch die Warthestadt mit dem Schicksal des gesamten deutschen Vaterlandes. Das zeigen klar und unzweideutig vor allem die Namen der Männer, die einst berufen waren, dem deutschen Geistesleben neue Wege zu weisen, denen Landsberg/ Warthe auf kürzere oder längere Zeit  Heimat war.
Ihre reihe eröffnet der hier am 1.4.1785 geborene, als Geschichtsforscher bekannt gewordene Johann David Erdmann Preuß (gest. 25.2.1868 in Berlin)
Als Theaterdichter der Burgheim’schen Theatergruppe weilte im Jahre 1790 Heinrich Zschokke in den Mauern der Warthestadt, legte hier die Maturitätsprüfung ab und bereitete sich durch Privatunterricht auf den Besuch der Universität Frankfurt/ Oder vor.
In den Jahren 1794/96 wirkte Friedrich Schleiermacher als Hilfsprediger an der Konkordienkirche, seine vom Berliner Bildhauer Hopfgarten modellierte Büste ist neben der Konkordienkirche in einer kleinen Grünanlage aufgestellt. Schlicht und kurz meldet eine Mamortafel an dem neben dem Eingang zum Gymnasium gelegenen unscheinbaren Häuschen in der Schloßstraße, das hier einst der Theologe zwei Jahre lang wohnte.
Der vorzügliche Kenner des klassischen Altertums, der Philologe und Literatur Historiker Gottfried Bernhardy wurde am 20. März 1800 im Hause Wollstraße 9 geboren (gest. am 14.5.1875 in Halle als Direktor des Philologischen Seminars).
Der außerordentlich fruchtbare, zumal durch seine literaturgeschichtlichen Arbeiten über Goethe und Schiller weitesten Kreise bekannte Schriftsteller Dr. phil. Eduard Boas wurde am 18. Januar 1815 in Landsberg/ Warthe geboren. Neben seinen dichterischen Schöpfungen, die als gesammelte Werke in 5 Bänden und außerdem in vielen weiteren Einzelschriften vorliegen, verdienen zwei heimatkundliche Schriften, „Aus Landsbergs Vorzeit“ und die „Chronik der Schützengilde“, der Erwähnung. Boas starb hier am 29. Juni 1853. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhofe in der Friedrichstadt.
Die neumärkische Mundart pflegte Karl Löffler (geb. am 10. Oktober 1821 in Tornow, gest. 1874 in Berlin). Er besuchte in Landsberg/ Warthe die höhere Schule. Am bekanntesten sind seine Werke: „Ut’t Dörp“, „Ut mien Dischland“, „Di tun dat“.
Vielseitige und starke Begabung verraten die Werke des Geheimen Hofrats und Oberpostdirektors Dr. Joseph Emil Nürnberger. In Magdeburg am 25. Oktober 1779 geboren, stand Nürnberger in den schweren Jahren 1806 bis 1812 an der Spitze des Landsberger Postamts. Was diese Jahre für Landsberg/ Warthe bedeuteten, schildert er in lebendiger und packender Form. Seine Übersetzungen der Klassiker des Altertums und sein Roman „Stillleben – Briefe an eine Freundin über die Unsterblichkeit der Seele“ wurden zwar einst viel beachtet, sind heute aber so gut wie verschollen. Seine schriftstellerischen Leistungen werden durch die wissenschaftlichen Schriften, vor allem mathematischen und astronomischen Inhalts, noch weit übertroffen. Das „Populäre astronomische Handwörterbuch“ hat dem Hofrat den Ruf eines der sieben Weisen Deutschlands eingetragen. Am 6.2.1848 ist Nürnberger in seinem Hause Stillleben, Bergstraße 13, verschieden.
Die dichterische Begabung des Vaters hat der Sohn, der Arzt Dr. Woldemar Nürnberger geerbt. Unter dem Decknamen M. Solitaire hat er eine große Reihe von Dichtungen veröffentlicht. Erstaunlich ist die Treffsicherheit seines Ausdrucks, schier unerschöpflich seine Phantasie, Wiederholt hat Theodor Storm rühmt vor allem seine „große Pinselführung, die in unseren deutschen Novellen selten ist“. Und doch sind die Werke Solitaires lange Zeit wenig bekannt geworden. Erst neuestens bricht sich dank der warmen Anerkennung, die ihm vor allem der Literatur – Historiker Richard M. Meyer zollt, auch in weiteren Kreisen die Überzeugung Bahn, daß Solitraires Werke trotz mancher Absonderlichkeiten hohen bleibenden  Wert besitzt. Solitaire ist am 1.10.1817 in Sorau geboren, hat seit 1829 in Landsberg/ Warthe als vielgesuchter Arzt gelebt und ist hier am 17.4.1869 verstorben. Am Hause Bergstraße 13 ist für ihn und seinen Vater eine schlichte Gedenktafel angebracht.
Neben diesen Männern verdienen noch Eduard Ferrand (Schulz) als Lyriker, Dr.med. Leopld Bornitz (geb. 1807, gest. am 23.5.1853 in Landsberg/ Warthe) als Lyriker, Adolf Volger als Epiker, Dr. Otto Franz Gensichen als Lyriker und Dramatiker (geb. am 4.2.1847 in Driesen; die Handschrift seines Schauspieles „Sulamith“ und die vom Berliner Bildhauer Karl Schüler modellierte Büste befinden sich im Städtischen Museum) und Conrad Ph. Ohler als Dramatiker der Erwähnung.
Schließlich wollen wir noch des recht begabten, leider aber zu früh verstorbenen Malers Robert Warthmüller (geb. am 16.1.1859 in Landsberg/ Warthe, gest. am 25.6.1895 in Berlin) und des Kommerzienrats Hermann Paucksch (geb. am 13.4.1816, gest. am 5.3.1900 hier) gedenken, dessen unermüdlichem Schaffensdrange der industrielle Aufstieg der Stadt in neuerer Zeit in erster Linie mit zu verdanken ist.
  
Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)